Appell zum Engagement

Lokales
Mitterteich
11.11.2015
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In Mitterteich ist auch weiterhin mit dem Zuzug von Flüchtlingen zu rechnen. Darauf wies Bürgermeister Roland Grillmeier am Montagabend im Stadtrat hin und bat die Bevölkerung um Mithilfe bei Betreuung und Integration.

Der Bürgermeister nutzte den öffentlichen Teil der Sitzung am Montagabend, um auf einen Info-Flyer zum Thema Flüchtlinge hinzuweisen, den die Arbeiterwohlfahrt in Zusammenarbeit mit der Stadt erstellt hat. Grillmeier würdigte den enormen Einsatz der AWO und auch des Roten Kreuzes, weitere Unterstützung vonseiten der Bürger wäre aber wünschenswert. "Wer sich engagieren will, soll sich bei der AWO oder bei der Stadt melden", betonte Grillmeier. Die Bürger könnten sich vielfältig einbringen, etwa durch Fahrdienste oder andere Tätigkeiten. Erst kürzlich habe auch die Pfarrei angekündigt, den Helfern unter die Arme zu greifen. Und auch die Firma Schott wolle sich eventuell in Form von Sprachkursen engagieren.

Gerecht verteilen

Wegen des anhaltenden Zustroms müsse der Landkreis die aktuell rund 600 Plätze schon bald um weitere 200 aufstocken, so Grillmeier. Dies könne sich auch auf Mitterteich auswirken, wo derzeit rund 40 Flüchtlinge leben. "Es geht natürlich die Aufforderung an den Landkreis, Neuankömmlinge gerecht auf die Kommunen zu verteilen." Bislang seien im Osten des Landkreises deutlich mehr Asylsuchende untergebracht als im Westen. Weiter kritisierte Grillmeier, dass acht Kommunen noch gar keine Flüchtlinge aufgenommen hätten, darunter auch größere Orte.

Roland Grillmeier berichtete in diesem Zusammenhang auch von Bürger-Beschwerden, wonach es keine oder nur mangelnde Informationen für Anwohner gebe, wenn Asylbewerber als Nachbarn einziehen. Der Bürgermeister stellte klar, dass das Landratsamt entscheide, wer wo untergebracht wird. Die Behörde stehe nur in Kontakt mit dem jeweiligen Vermieter, die Stadt bleibe außen vor. "Wir bekommen Informationen darüber auch erst eine Woche vorab", erklärte Grillmeier.

Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die Weitergabe von Informationen über den Einzug von Flüchtlingen ein heikles Thema sei. Detaillierte öffentlichkeitswirksame Ankündigungen seien verständlicherweise keine Option. "Und wer gilt noch als Nachbar und wer nicht mehr?" Die Bürger müssten weiterhin damit rechnen, Flüchtlinge als neue Nachbarn zu bekommen. "Egal wie man dazu steht, dieser Aufgabe muss sich das Land stellen", bemerkte Grillmeier abschließend zur Flüchtlingskrise.
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