"Appelle helfen wenig"

Innerhalb von fünf Tagen registrierte ein Tempomessgerät an der Großensterzer Ortsdurchfahrt 1831 Fahrzeuge. Der überwiegende Teil der Fahrer hielt sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit, doch 22 von ihnen waren im Bereich von 66 bis 80 km/h unterwegs. Bild: lnz
Lokales
Mitterteich
14.10.2015
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1831 Verkehrsbewegungen innerhalb von fünf Tagen hat eine Messung in Großensterz ergeben - etwa acht Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Jetzt prüft die Stadt Maßnahmen, um das Problem einzudämmen.

Im Zeitraum vom 16. bis zum 21. September hat ein auf Höhe des Anwesens Haubner installiertes Tempomessgerät die gesamten Bewegungen in beiden Richtungen aufgezeichnet. 1433 Fahrzeuge waren bis zu 50 km/h unterwegs, 249 weitere lagen im Tacho-Toleranzbereich von 51 bis 55 km/h. 149 Fahrzeuge rauschten eindeutig zu schnell durch die Ortschaft, wobei in 22 Fällen Geschwindigkeiten zwischen 66 und 80 km/h festgestellt wurden.

Bürgermeister Roland Grillmeier informierte den Stadtrat, dass die Zahlen an die Polizei weitergegeben worden seien. Nun müsse man diskutieren, welche Maßnahmen sinnvoll seien, um die Zahl der Schnellfahrer zu reduzieren. "Appelle helfen nur wenig", bemerkte Grillmeier. Aber es sei auch fraglich, ob der Einsatz von Blitzern eine Besserung bewirken könne. In Pleußen habe man die Erfahrung gemacht, dass während der Blitzer-Einsätze relativ wenige Autos gefahren seien. "Vielleicht wäre es besser, wenn die Polizei die Laserpistole einsetzt?" In bestimmten Fällen hätten sich laut Grillmeier auch schon Schilder bewährt, die zur Tempo-Drosselung aufrufen.

Ungünstige Stelle

"Ich finde die Stelle ungünstig", sagte Ortssprecherin Michaela Burger zur Positionierung des Messgerätes nahe einer Kurve. "Das ist der einzige Bereich, wo man ein bisschen bremsen muss." Die Ergebnisse entsprächen daher wohl nicht der Situation entlang der gesamten Ortsdurchfahrt. "Mehr als 1800 Autos, die da in der Zeit durchbrettern, das ist schon eine Ansage", betonte Michaela Burger und gab zu bedenken, dass sich die Haustüren vieler Anwesen sehr nah an der Straße befänden.

SPD-Sprecher und Polizeihauptkommissar Johann Brandl zeigte sich überrascht von der "beträchtlichen Zahl" an Fahrzeugen. Immerhin 92 Prozent der Fahrer hätten sich an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit gehalten. Am Ende war sich der Stadtrat einig, dass nun alle Optionen geprüft werden sollen, um den Verkehr im Dorf zu bremsen.
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