ATS Mitterteich stellt Wohnung im Vereinsheim für Flüchtlinge zur Verfügung
"Sie kommen nicht aus Jux und Tollerei"

Der ATS Mitterteich vermietet die Dachwohnung des Vereinsheims an der Großensterzer Straße ans Sozialamt, das dort Flüchtlinge unterbringen will. Bis zu sieben Leute finden im Obergeschoss des Hauses Platz. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
02.07.2015
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In das leerstehende Obergeschoss des ATS-Vereinsheims an der Großensterzer Straße werden wohl schon bald Flüchtlinge einziehen. Vorsitzender Andreas Dreßel bestätigte bei der Jahresversammlung am Dienstag auf Anfrage, dass der Verein die Wohnung zu diesem Zweck ans Sozialamt vermietet habe. Erst beim Punkt "Wünsche und Anregungen" hatte Alfons Duda das Thema zur Sprache gebracht und gefragt, ob entsprechende Gerüchte stimmen. Andreas Dreßel betonte, dass der finanziell nicht auf Rosen gebettete ATS Mitterteich dadurch auch Einnahmen generieren könne. Als Partner bei der Betreuung der Flüchtlinge sei vor Ort die Arbeiterwohlfahrt zur Stelle.

Tatjana Schumacher von der Arbeiterwohlfahrt, die bei der Versammlung mit anwesend war, stellte kurz das Engagement der AWO in diesem Bereich vor. "Seit Sommer vergangenen Jahres kümmert sich die Arbeiterwohlfahrt im Landkreis um Flüchtlinge und Asylsuchende." Betreut würden schon mehr als 300 Menschen. Sie dankte dem ATS Mitterteich, dass er in dieser "heißen Phase" Wohnraum zur Verfügung stelle. Damit seien nicht zuletzt auch sichere Einnahmen für den ATS verbunden. Ausgelegt sei die Wohnung für sieben Asylsuchende, wie Tatjana Schumacher weiter berichtete. Wer letztlich kommt und wann, sei noch nicht ganz klar. "Doch es kann schnell gehen", so Schumacher. Die Wohnung und die Umgebung seien für eine Unterbringung gut geeignet.

Bitte um Kleiderspenden

Die Zuhörer bat die AWO-Mitarbeiterin, sich in die Lage dieser leidgeplagten Menschen hineinzuversetzen. "Sie haben ihre Heimat, ihr Hab und Gut verloren. Sie kommen nicht aus Jux und Tollerei zu uns." Weiter rief Tatjana Schumacher die ATS-Mitglieder zur Unterstützung der Flüchtlinge und der AWO auf. Besonders wichtig seien etwa Kleiderspenden. "Denn der nächste Winter kommt bestimmt." Viele der Asylsuchenden hätten nur eine Plastiktüte mit wenigen Habseligkeiten dabei.

Nach der Ankunft in Mitterteich werden die Flüchtlinge laut Schumacher auf den Ausgang des Asylverfahrens warten. Wie lange das dauert, vermochte sie nicht zu sagen. Sollte den Flüchtlingen letztlich Asyl gewährt werden, würden sie anderswo untergebracht. Tatjana Schumacher versuchte, mögliche Befürchtungen zu entkräften: "Wenn die Asylsuchenden kommen, ist die Arbeiterwohlfahrt da. Wir kümmern uns um diese Leute."
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