Auf dem Weg in neue Zukunft

Wichtig ist, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie bei uns willkommen sind.
Lokales
Mitterteich
11.05.2015
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Sie kommen aus Syrien und Eritrea, aus Somalia und Pakistan - und sie haben traumatische Erlebnisse hinter sich. Sie sind minderjährig, allein und auf der Flucht. Der Landkreis könnte ihre neue Heimat werden.

Das Thema der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge brennt den Verantwortlichen immer mehr auf den Nägeln. Jugendamtsleiter Albert Müller berichtete bei der Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings über das Phänomen.

Die meist männlichen Jugendlichen machten sich auf den Weg nach Europa, um hier eine neue Zukunft zu suchen. Müller verwies darauf, dass diese jungen Menschen nicht unter das Asylrecht fallen, sondern unter des Jugendhilferecht. "Deshalb werden sie so behandelt wie deutsche Jugendliche." Kamen in den letzten Jahren rund 200 bis 300 "unbegleitetet Minderjährige" nach Bayern, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr rasant auf rund 3400 an. Heuer werden rund 5000 dieser jungen Menschen erwartet. Im ersten Quartal waren es bereits 1500 Minderjährige, die meist über Passau, Rosenheim und München nach Bayern kamen.

"Die Aufnahmelager in Südbayern, vor allem in München, sind völlig überlastet", berichtete Müller von einem Verteilungsschlüssel, wonach der Landkreis Tirschenreuth aktuell 35 Plätze zur Verfügung stellen muss. "Sollten noch mehr kommen, wird aufgestockt." Müller rechnet dann mit bis zu 60 Plätzen, die der Landkreis bereitstellen muss. Er betonte jedoch auch, dass die rechtliche Grundlage dafür noch nicht geschaffen sei. Ab Januar 2016 sollen die Jugendlichen dann bundesweit verteilt werden.

Im Landkreis sei es wichtig, geeignete Träger und Objekte zu finden. Auch Fachpersonal, wie Erzieher und Pädagogen, sei erforderlich. Aktuell sind nach seinen Worten 6 Jugendliche im SOS-Kinderdorf in Immenreuth untergebracht. Dort kann das Kontingent noch ausgedehnt werden. In einer gemeinsamen Einrichtung mit dem Nachbarlandreis sind in Neustadt/WN weitere 15 Jugendliche beheimatet. In Wiesau sind 12 bis 14 Plätze angedacht. "Die Gespräche laufen."

Motiviert und lernwillig

Müller betonte, dass die meisten dieser Jugendliche hochmotiviert und lernwillig sind. Ausbildungsplätze für diese Jugendlichen könnten bei der Eingliederung in die Gesellschaft sehr helfen. "Wir müssen ihnen das Gefühl geben, dass sie bei uns willkommen sind." Deshalb sei es wichtig, diese Menschen in den Vereinen und Verbänden zu integrieren. "Es sind mit Sicherheit auch gute Fußballer dabei." Der Landkreis sei auch auf diesem Gebiet auf einem guten Weg, so der Jugendamtsleiter.
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