Der Kapitän bleibt an Bord

Lokales
Mitterteich
24.04.2015
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Eine Ära geht zu Ende. Nach 33 Jahren hört Otto Weiß auf. Tritt zurück als Vorsitzende der Feuerwehr in der Glasstadt. Und macht den Platz frei für die Nachfolge.

Dem neuen Mann nach Otto Weiß schenkt er vollstes Vertrauen. Der bisherige Stellvertreter Christian Grillmeier will sich um das Vorstandsamt bewerben. Otto Weiß ist 71 Jahre und will künftig etwas kürzer treten. Freilich bleibt er der Feuerwehr, die neben seiner Schreinerei sein Leben ist, weiter treu. Die Jahresversammlung mit der Neuwahl des ersten Vorstandes beginnt heute um 20.15 Uhr im Gerätehaus.

Otto Weiß und die Feuerwehr Mitterteich werden wohl auf immer verbunden bleiben. Seit 1982 führt er die Feuerwehr als Vorsitzender. Zusätzlich war er von 1988 bis 2004 auch noch Kommandant, ehe er aus Altersgründen ausschied.

"Ich muss zugeben, die Feuerwehr ist mein Leben", sagt Weiß, der zufrieden und glücklich lächelnd aus dem Amt scheiden wird. Zwar hätte er noch drei Jahre Amtszeit als Vorsitzender gehabt. Doch jetzt, sagt er, wäre die Chance zur Vorstandsübergabe gekommen. Schon früher wollte er, Weiß, kürzer treten, übte das Amt dann aber auf Bitten immer weiter aus. "Der Kapitän verlässt das Steuer, bleibt aber an Bord", sagt Weiß. "Ich übergebe die Feuerwehr in bestem Zustand, wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken."

Brandschutz-Erziehung

Keinen Hehl macht er daraus, dass ihm die Arbeit in der Feuerwehr immer Freude und Spaß bereitete. Weitermachen wird er auf jeden Fall die Brandschutzerziehung für die Kinder im Kindergarten und in der Grundschule. "Dies liegt mir sehr am Herzen", sagte er.

Höhepunkte seiner Amtszeit waren die Gerätehauserweiterung und der Umbau, die Anschaffung der Drehleiter 1998, die gute Fahrzeugausstattung über alle die Jahre hinweg, sowie die Jubelfeiern der Wehr zu ihren 100. und 125. Geburtstagen. "Und die Kameradschaft in unserer Wehr hat mich immer gefreut."

Der Schutzheilige

Gerne erzählt er eine Anekdote aus seinen Besuchen in der Schule, als der Lehrer die Kinder nach dem Schutzheiligen der Feuerwehr fragte. Da sagte ein Kind doch: "Der Schutzheilige der Feuerwehren ist der Weiß Otto." Darüber muss er noch heute schmunzeln. Die Aussage aber mag den enormen Stellenwert verdeutlichen, den Otto Weiß in der Stadt und in der Bevölkerung besitzt. Ein großes Dankeschön gilt seiner Frau Veronika, mit der er seit 46 Jahren verheiratet ist und die ihm immer den Rücken frei gehalten hat.
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