Dorfkerne wachsen zusammen

Der Platz vor der ehemaligen Sparkasse ist als Treffpunkt wichtig. Nun soll er besser und barrierefrei gestaltet werden. Bild: Architekturbüro Plaß
Lokales
Mitterteich
02.05.2015
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Schöner soll das Dorf natürlich auch werden. Vor allem aber soll der Zusammenhalt in Pleußen und Steinmühle wachsen. Viele Einzelmaßnahmen stecken im Dorferneuerungsplan, der im Stadtrat auf breite Zustimmung stieß.

Die betroffenen Bürger haben im Vorfeld schon ganze Arbeit geleistet, lobte Architekt Gerhard Plaß. "Es war uns immer wichtig, Lösungen mit den Bewohnern zu entwickeln." Er verwies auf das langgezogene Siedlungsgebiet, das keine typische Dorfstruktur aufweise. Das Bauerndorf an der alten Straße nach Eger sei die erste Keimzelle gewesen, die Mühle am Bach die zweite. Später kamen Bahn, Steinbrüche, Arbeiterwohnungen hinzu.

Bebauung schließt sich

"Die Baulücken schließen sich allmählich", sagte der Architekt. In den neuen Baugebieten fänden sich viele junge Familien, anderswo mehr ältere Menschen. Besonders ausgeglichen sei die Altersstruktur im alten Dorf. Das sei ein gutes Zeichen. Als Motto der Arbeitsgruppen kristallisierte sich "Pleußen aktiv - mit- und füreinander" heraus. Nun sei der Maßnahmenkatalog fertig, der mit dem Amt für ländliche Entwicklung abgesprochen werden müsse.

Pergola und Spielgeräte

"Besonders wichtig ist, dass das obere, mittlere und untere Dorf zusammenwächst", ging Landschaftsarchitektin Martina von Waldenfels näher auf die Schwerpunkte ein. Ein großes Anliegen sei die Barrierefreiheit. Bei Ortsbegehungen mit Rollstuhl, Kinderwagen und Rollator stieß die Arbeitsgruppe auf etliche Schwachstellen, angefangen von hohen Bordsteinen über holprige Bodenbeläge bis hin zu den Kirchenstufen. Ein Weg zur Bushaltestelle gleiche eher einer Motocross-Strecke.

Bei den Zielen ging es immer um das Miteinander von Alt und Jung, betonte von Waldenfels. Auch beim geplanten Treffpunkt mit Bolzplatz am Neubaugebiet "Griesäcker": Auf dem offen gestalteten Gelände sollen Spielgeräte verteilt werden, eine Pergola für etwas Wetterschutz sorgen und der Boden modelliert werden. Um das Sportheim für alle zugänglich zu machen, ist an eine Rampe gedacht. Der Trampelpfad zum Sportplatz wird voraussichtlich 1,60 Meter breit ausgebaut.

Viel Barrierefreiheit

Das Umfeld der Bushaltestelle soll barrierefrei und mehr als Mittelpunkt wahrgenommen werden, nicht nur als Parkplatz. Ein Belagwechsel wäre schön und würde Autofahrer eventuell dazu bringen, langsamer zu fahren. Doch das sei bei einer Kreisstraße nicht so einfach. Bürgermeister Roland Grillmeier deutete allerdings ein Umdenken bei der obersten Baubehörde an: "In sensiblen Bereichen soll auch bei übergeordneten Straßen Tempo 30 erlaubt sein. Das wäre schon eine Verbesserung."

Ob noch in diesem Jahr erste Maßnahmen begonnen werden, ist fraglich. Der Bürgermeister nannte einen groben Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren und Kosten von etwa 250 000 Euro. Der Fördersatz liege bei 60 Prozent, eventuell steige er auf 65 Prozent. Pleußen sei für diese Art der Dorferneuerung auch für den Landkreis ein Musterort.

"Wir haben hier gute Perspektiven ausgearbeitet", sagte Bernhard Thoma (Freie Wähler), der als Pleußener selbst im Vorfeld bei vielen Veranstaltungen aktiv war. Johann Brandl (SPD) lobte das Engagement der Dorfgemeinschaft. Ebenso Josef Schwägerl (CSU): "Bei den geplanten Maßnahmen und auch später im Unterhalt ist viel Eigenleistung gefordert. Aber da ist mir nicht bange."
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