Ein reizvoller Aspekt

Vertreter der Agentur für Arbeit und der Kolping-Berufshilfe überzeugten sich beim Autohaus Enslein & Schönberger persönlich von den Fortschritten des 35-jährigen Sergei Sarkisyan (links). Der Aserbeidschaner beendet im Januar seine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Beim Besuch mit dabei waren (von rechts) Andreas Staible (Agentur für Arbeit), Rudolf Kreuzer (Kolping), Gerlinde Sollacher-Kraus (Agentur für Arbeit) sowie Serviceleiter Anton Dostler und Geschäftsführer Christian Schönberger
Lokales
Mitterteich
02.11.2015
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Es kann eine Erfolgsgeschichte werden: Sergei Sarkisyan schult beim Autohaus Enslein & Schönberger zum Kfz-Mechatroniker um. "Mein Traumjob", sagt der Mann aus Aserbeidschan.

Seit zehn Jahren lebt der 35-Jährige bereits in Deutschland. Im Januar 2016 endet seine Ausbildung. Sergei kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sein beruflicher Weg eine Fortsetzung findet. Voraussetzung war einmal mehr, die Beherrschung der deutschen Sprache.

"In Deutschland steckt mehr", heißt die Aktionswoche der Agentur für Arbeit, deren Vertreter jetzt den künftigen Mechatroniker an seinem Arbeitsplatz besuchten. Andreas Staible, Vorsitzender der Geschäftsführung, wusste, dass die Unternehmen nicht mehr in allen Branchen den Bedarf an Fachkräften mit eigenen Auszubildenden decken können. Nicht zuletzt deshalb setze sich die Agentur für Arbeit für die Qualifizierung von Erwachsenen ein.

Eine solche Maßnahme absolviert seit Juni 2013 der 35-jährige Sergei Sarkisyan, der heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Tirschenreuth lebt. Eng mit eingebunden ist die Kolping-Berufshilfe Tirschenreuth. Deren Umschulungs-Coach Horst Härtl kennt Sergei bestens. "Ich habe sofort gesehen: Das ist einer, der hat Interesse. Ich bin überzeugt, der schafft es."

Die Agentur für Arbeit betreut mittlerweile 115 Interessierte. 65 haben ihre Umschulung bereits erfolgreich beendet. Besonders erfreulich ist die Übernahmequote von fast 93 Prozent. Sergei Sarkisyan ist einer der wenigen Teilnehmer mit Migrationshintergrund. Nur wer auch ein Bleiberecht hat, wird in eine Umschulung oder Ausbildung geschickt, muss zuvor aber Deutsch lernen. Gerlinde Sollacher-Kraus, Leiterin der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, sah in der Flüchtlingswelle auch eine Chance für die Betriebe. Christian Schönberger, vom Autohaus Enslein & Schönberger, nannte dies einen durchaus reizvollen Aspekt. Allerdings sollte vor einer Einstellung oder Ausbildung ein Praktikum zwingend gegeben sein. Viel hänge auch von der Einstellung eines jeden Einzelnen ab. "Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Nationalität." Andreas Staible sah durchaus Potenzial für gut ausgebildete Fachkräfte. Das A und O sei das Erlernen der deutschen Sprache, weshalb vermehrt Sprachkurse angeboten werden. Im Agenturbezirk Tirschenreuth leben aktuell 772 Asylbewerber und 44 syrische Kontingentflüchtlinge. "Ihnen zu helfen und ein lebenswertes Leben in der neuen Heimat geben zu können, ist die Hauptaufgabe in diesen Tagen."
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