Entschieden gegen Leerstände

Das Interesse an der Bürgerversammlung hielt sich in Grenzen: Knapp 50 Besucher waren dazu am Dienstag in den Saal des Josefsheims gekommen. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
18.11.2015
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Keine einzige Wortmeldung gab es am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung im Josefsheim. Zuvor hatte Bürgermeister Roland Grillmeier ausführlich über aktuelle Entwicklungen und anstehende Vorhaben informiert.

Anders als im vergangenen Jahr, als das Thema Wasser-Kosten die Bürger bewegte, waren diesmal nur knapp 50 Zuhörer gekommen - die mehr als 10 anwesenden Stadträte bereits mitgezählt. In den Mittelpunkt seiner knapp einstündigen Ausführungen stellte Roland Grillmeier die Maßnahmen, mit denen die Stadt fit gemacht werden soll für die Zukunft.

Zu Beginn seiner Power-Point-Präsentation betonte der Bürgermeister, dass die Schaffung des Heimatministeriums der Region gut tue. "Wir bekommen in der Regel Höchstfördersätze. Es passiert dadurch viel Positives in der Region." Entschieden vorgehen wolle die Stadt gegen die Leerstände. Allein in der Zanklgartenstraße stünden vier Wohnblöcke leer. Im Januar soll eine Studie starten, die sich gezielt mit diesem Problem befasst. Grillmeier kündigte an, dass Abrisse von Häusern nicht ausbleiben werden. Zur Neunutzung des ehemaligen Postgebäudes sollen bald die Verträge unterschrieben werden. Beim Thema Finanzen machte Bürgermeister Grillmeier darauf aufmerksam, dass die Stadt die Defizite des Freibads (500 000 Euro), der Eishalle (300 000 Euro) und des Hallenbads (200 000 Euro) selbst tragen müsse. Dankenswerterweise übernehme der Landkreis nun einen Teil des Eishallen-Defizits. Insgesamt laste auf der Stadt ein Schuldenstand von zwölf Millionen Euro. Darin enthalten seien aber rentierliche Schulden in Höhe von 4,5 Millionen Euro, die langfristig über die Wassergebühren gedeckt werden.

Keine Neuverschuldung

Dank der Stabilisierungshilfen in Höhe von einer Million Euro sei heuer eine Nettoneuverschuldung vom Tisch. Zur Kreisumlage bemerkte Grillmeier, dass die Stadt nahezu alles, was an Schlüsselzuweisungen zufließe, wieder abgeben müsse. "Wir sind einer der größten Sponsoren des Landkreises, erhalten aber fast nichts zurück. Aber ich sage nochmals: Mitterteich ist solidarisch."

Die Wasserversorgung sei durch die Sanierung für die kommenden 30 bis 40 Jahre gesichert. Erhöht werden die Gebühren erst 2017 (wir berichteten). 20 bis 30 Cent pro Kubikmeter kommen dann hinzu, so dass der Wasserpreis bei etwa zwei Euro liegt. Problematisch sei der stetig sinkende Verbrauch, was zusätzlich für einen Anstieg des Preises sorge. Positiv bewertete er den Verkauf von zwölf Baugrundstücken.

Brandschutz-Maßnahmen

Gefordert werde die Stadt durch die dringend notwendige Sanierung der Grundschule sowie den Neubau des Kinderhorts. Den 500 000 Euro teuren Abriss des Altbaus müsse die Stadt allein schultern. "Unser Konzept mit Grundschule und Kinderhort soll ein Vorzeigemodell werden", so Grillmeier. Geschaffen werden sollen zwei neue Hortgruppen, zudem werde die Ganztagsbetreuung ausgebaut. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund 6,5 Millionen Euro. Für die Verstärkung des Brandschutzes an der Mittelschule seien rund 500 000 Euro fällig. Und auch in der Mehrzweckhalle müsse der Brandschutz verbessert werden. Förderanträge habe man bereits gestellt.

Wirtschaft im Aufwind

Abgeschlossen sei der erste Bauabschnitt zur barrierefreien Neugestaltung des Unteren Marktplatzes. Kosten in Höhe von 150 000 Euro seien dafür angefallen. Für den Abschnitt auf der gegenüberliegenden Seite werden 2016 weitere 500 000 Euro fällig. Allerdings gebe es Fördermittel in Höhe von 80 Prozent. Erfreut zeigte sich Grillmeier von den positiven Entwicklungen in der heimischen Wirtschaft. Ein Beispiel sei der Neubau der Rohrwanne 19 bei Schott. "Wir sind dankbar, dass wir diesen Betrieb in unserer Stadt haben." Das interkommunale Industriegebiet soll nach aktuellem Stand bei Wiesau entstehen. Hierzu sollen noch weitere Kommunen mit ins Boot geholt werden. Bis zur Verwirklichung des Projekts dürften aber noch einige Jahre vergehen.

Roland Grillmeier betonte, dass der Bau des Ostbayernrings kommen werde - allerdings kündigte er deutlichen Widerstand gegen den möglichen Bau einer Gleichstromtrasse an. "Wir wollen das unbedingt verhindern." Und solange nicht klar sei, wo die Gleichstromtrasse errichtet wird, müsse der Bau des Ostbayernrings zurückgestellt werden.

Kurz ging Grillmeier auf die Asylproblematik ein. Noch immer würden weitere ehrenamtliche Helfer gesucht. Ausdrücklich dankte er all jenen, die sich in großartiger Weise einbringen. "Wir müssen hier vernünftig miteinander umgehen, wir stehen vor einer Herausforderung."
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