Ersatz für alte Hochbehälter

Unter diesem begrünten Hügel oberhalb von Leonberg verbergen sich drei Wasserhochbehälter, von denen zwei durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Das Eingangshäuschen zur Anlage aus dem Jahr 1906 (links) steht unter Denkmalschutz und bleibt deshalb erhalten. Bild: lnz
Lokales
Mitterteich
05.12.2014
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Während die Diskussion über die Wasserkostenumlage weiter anhält, nimmt die Stadt wie geplant den nächsten Schritt der Sanierung in Angriff. Im Fokus steht der Ersatz zweier Hochbehälter in Leonberg - aber es gibt Zweifel, ob die anvisierte Kapazität wirklich notwendig ist.

Bereits zum vierten Mal während der Sanierungsphase hat die Stadt das Weidener Ingenieurbüro Zwick mit der Planung beauftragt. Manuel Zwick dankte in der jüngsten Stadtratssitzung für das Vertrauen. "Ich hoffe, dass Sie noch keinen Unterschied gemerkt haben, dass das Wasser aus der neuen Anlage kommt", sagte Zwick zur Inbetriebnahme des Aufbereitungsgebäude in Zirkenreuth vor sechs Wochen.

Anschließend stellte Zwicks Mitarbeiter Bernhard Kaltenecker die Hochbehälter-Planungen vor. Sanierungsbedürftig sind zwei Anlagen, die in den Jahren 1906 (Volumen 330 Kubikmeter) und 1937 (Volumen 270 Kubikmeter) gebaut wurden. Eine weitere Anlage aus dem Jahr 1970 mit einer Kapazität von 950 Kubikmetern ist noch gut in Schuss und bleibt auch künftig in Betrieb. Zusammen fassen die drei Behälter derzeit maximal 1550 Kubikmeter.

Bis zu 2650 Kubikmeter

Weil die Sanierung der Wasserversorgung ein Jahrzehnte-Projekt ist, hat Bernhard Kaltenecker anhand aktueller Verbrauchswerte den Bedarf für das Jahr 2034 errechnet und auf dieser Basis die Größe des neuen Hochbehälters festgelegt. Demnach soll der Neubau mit zwei Kammern 1700 Kubikmeter Wasser fassen, so dass maximal 2650 Kubikmeter zur Verfügung stehen würden.

Eine Besonderheit, die Kaltenecker berücksichtigen musste, ist das Eingangshaus zum Hochbehälter aus dem Jahr 1906: Es steht unter Denkmalschutz und muss deshalb erhalten bleiben. Die zwei neuen Kammern werden direkt an den Hochbehälter aus dem Jahr 1970 angegliedert. Die Gesamtkosten in Höhe von circa 1,3 Millionen Euro sind in den rund 5,5 Millionen Euro enthalten, deren Abrechnung Gegenstand des geplanten Bürgerentscheids ist. Die Fertigstellung des neuen Behälters ist für Dezember 2015 vorgesehen.

"Ich vermisse hier den demografischen Faktor", bemerkte Karl-Heinz Ernstberger (CSU) und verwies auf die ständig sinkenden Einwohnerzahlen. Künftig so viel mehr Wasser vorzuhalten, passe nicht zu dieser Entwicklung. SPD-Sprecher Johann Brandl schlug in die gleiche Kerbe und gab zu bedenken, dass der neue Hochbehälter mit 1700 Kubikmetern fast die dreifache Kapazität aufweise wie die beiden zu ersetzenden.

Auf Sicherheit setzen

Bürgermeister Roland Grillmeier erklärte, dass man auf Sicherheit setzen sollte, weil sich neue Betriebe mit entsprechendem Bedarf ansiedeln könnten. Er verwies auf das geplante interkommunale Industriegebiet und erinnerte daran, dass allein die Firma Schott viel Wasser in kurzer Zeit brauche, wenn sie etwa eine Wanne ablösche. Wasserwart Karl Gleißner ergänzte, dass dafür bis zu 1100 Kubikmeter an einem einzigen Tag benötigt würden. Grillmeier warf zusätzlich ein, dass Schott künftig weitere Wannen bauen wolle.

CSU-Sprecher Josef Schwägerl wollte wissen, ob sich eine Reduzierung der Kapazität um 200 Kubikmeter hinsichtlich der Kosten lohnen würde. Eventuell könnte die Steinwaldgruppe, die eh schon einen Teil des Wassers liefere, die Lücke falls nötig füllen. Bernhard Kaltenecker machte deutlich, dass bei den Kapazitätsplanungen auch geltende Richtlinien zu beachten seien.

"Ich sehe keinen Sinn darin, so etwas mitten in der Prärie zu erhalten", sagte Luitgard Müller (CSU) über das Eingangshaus aus dem Jahr 1906. Bürgermeister Grillmeier entgegnete, dass es nun mal als Denkmal gelistet sei und sich die Mehrkosten für den Erhalt in Grenzen hielten.

Am Ende einigte sich das Gremium darauf, dass Bernhard Kaltenecker prüfen soll, ob eine Reduzierung der Neubau-Kapazität um 200 auf 1500 Kubikmeter finanziell sinnvoll und mit den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes vereinbar wäre.
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