"Erzählcafé" im Mehrgenerationenhaus: Monika Beer-Helm erinnert an Vergangenheit der ...
Pflasterzoll in der "Wasserstadt"

Wie sich die Mitterteicher Vorstadt verändert hat, erfuhren die Besucher des jüngsten "Erzählcafés". Monika Beer-Helm zeigte zahlreiche alte Fotos, darunter diese Aufnahme, die das frühere Modehaus Paulick (links) zeigt. Bild: hfz
Lokales
Mitterteich
06.03.2015
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Häuser- und Familiengeschichten und das Schwelgen in Erinnerungen an vergangene Zeit - das sind die Hauptthemen beim "Erzählcafé" im Mehrgenerationenhaus. Organisiert werden diese Nachmittage von Monika Beer-Helm vom Arbeitskreis Heimatpflege. In jedem Monat steht ein anderer Straßenzug im Mittelpunkt. Inzwischen zieht das "Erzählcafé" regelmäßig zahlreiche Besucher an. Bei der jüngsten Zusammenkunft ging es um die Entwicklung der Vorstadt. Monika Beer-Helm zeigte dazu zahlreiche alte Ortsansichten, die größtenteils aus dem städtischen Bildarchiv stammen. Außerdem standen alte Hausnummern-Verzeichnisse und deren Besitzer im Urkataster aus dem Staatsarchiv Amberg zur Verfügung.

So erfuhren die Besucher, dass die Vorstadt einst auch "Wasserstadt" genannt wurde. Im Bereich des Kommunbrauhauses befand sich vor nicht allzu langer Zeit der sogenannte "Gänsanger", wo sich ein vom Markt angestellter Hirte um die Gänse der Bewohner kümmerte. Außerdem hängten hier Färber und Tuchmacher ihre Stoffe zum Bleichen in der Sonne auf. Erst seit 1864 gibt es dort das Brauhaus, in dem einst auch ein öffentlicher Backofen untergebracht war. Dazu erwähnte AK-Vorsitzender Werner Männer, dass zum Bierbrauen niemals Wasser aus dem vorbei fließenden Seibertsbach entnommen worden sei, sondern man stets Trinkwasser verwendet habe.

Zoiglstube und Möbellager

Auch der Hinweis, dass in der Vorstadt bei der ehemaligen Raiffeisenbank eines der Stadttore angebracht war, durfte in der Runde nicht fehlen. Durchreisende mussten hier Pflasterzoll entrichten. Im heutigen Café Kutzer fand sich einst eine beliebte Zoiglstube, nebenan wurden "Schnittwaren" verkauft. Wo heute die Lottostelle untergebracht ist, stand einst das Modehaus Paulick. Im hinteren Bereich dieses Grundstücks unterhielt die Firma Lang ein Möbellager, in dem auch Bilderrahmen gefertigt wurden. Zur Sprache kamen auch der einstige Lebensmittel-Kiosk Langmeier und die angrenzende Bäckerei.

Immer wieder entwickelten sich in der Runde rege Diskussionen - und so mancher erfuhr wegen der ständigen und enormen Veränderungen in diesem Stadtbereiche bislang unbekannte Begebenheiten. Bedauerlich fanden einige Teilnehmer, dass die einst schönen kleinen Vorgärten wegen des Straßenausbaus hatten weichen müssen.

Fortsetzung am 25. März

Das nächste und vorerst letzte "Erzählcafé"-Treffen in diesem Halbjahr findet am Mittwoch, 25. März, im Mehrgenerationenhaus statt. Nach der Sommerpause geht die Reihe im Herbst weiter.
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