Fabrikarbeit unter Zwang

Zahlreiche Besucher waren zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung ins Mitterteicher Museum gekommen. Bilder: jr (2)
Lokales
Mitterteich
04.11.2014
0
0

Viele Erzeugnisse aus Porzellan, die in der NS-Zeit die Fabriken der Region verließen, waren durch den Einsatz von Zwangsarbeitern entstanden. An dieses dunkle Kapitel erinnert die neue Sonderausstellung im Mitterteicher Museum.

"Zwangsarbeit für weißes Gold" lautet der Titel der Präsentation, die die Museen Mitterteich und Sokolov sowie das Porzellanikon Selb gemeinsam mit dem Nationalarchiv Prag zusammengestellt haben. "Darin stecken drei Jahre Vorbereitung", betonte Bürgermeister Roland Grillmeier bei der Eröffnung und hieß besonders die Leiter der Einrichtungen willkommen, in denen die Wanderausstellung demnächst zu sehen sein wird. In Mitterteich bleiben die Infotafeln und Exponate bis zum 15. Dezember.

"Es ist eine spannende Ausstellung geworden, die ihren Weg durch das In- und Ausland gehen wird", sagte der Bürgermeister weiter. Sein Dank galt den Fördergeldgebern, ohne die eine solche Präsentation nicht möglich wäre. Ausdrücklich dankte er auch Dr. Christian Schölzel für Konzeption und Umsetzung sowie den Leihgebern. "Wir erinnern mit dieser Präsentation an die dunkle Zeit des Porzellans", so Grillmeier. "Die Herstellung des Porzellans wurde politisch ausgenutzt", sagte Grillmeier. Dr. Christian Schölzel erläuterte, dass die Ausstellung die Organisation der Zwangsarbeit sowie die Betroffenen zeigen solle, darunter auch die Unternehmen.

"Zwangsarbeit gab es nur in einer kurzen Zeit, aber sie gab es", sagte Dr. Schölzel. "Dieses Kapitel lässt uns nicht mehr los." Die Thematik um eine mögliche Entschädigung für die Zwangsarbeiter greife die Ausstellung nicht auf, sie weise lediglich auf die Situation in der damaligen Zeit hin. Dr. Schölzel dankte der Museumsleitung mit Maria Kunz und Veronika Csakli: "Beide waren mir eine großartige Hilfe." Ihnen sei es mit zu verdanken, "dass wir dieses ernste Thema in einem gelungenen Rahmen präsentieren können". Nicht zuletzt dankte er den Leihgebern, die aus Tschechien und bis aus Nantes (Frankreich) gekommen waren.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.