Feueralarm in der dritten Stunde

Einige Kinder mussten das Gebäude mit Hilfe des Rettungskorbs der Drehleiter verlassen - für die meisten von ihnen eine spannende Angelegenheit.
Lokales
Mitterteich
07.10.2015
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Es war ein Schultag, den die Mädchen und Buben so schnell nicht vergessen werden: Bei einer Einsatzübung der Mitterteicher Feuerwehr erfuhren sie unter realistischen Bedingungen, was zu tun ist, wenn an der Theobald-Schrems-Grundschule ein Feuer ausbricht.

"Den Erstklässlern haben wir vorher schon Bescheid gesagt, nicht dass sie zu sehr erschrecken", erklärte Schulleiterin Renate Zuber unmittelbar vor der Aktion. "Die meisten aber ahnen nicht, dass es gleich Alarm geben wird." Mit den Verantwortlichen der Mitterteicher Feuerwehr hatte sie sich ein "kleines Abenteuer" ausgedacht. Angenommen wurde ein Brand im Westflügel der Schule, so dass vor allem der großen Drehleiter eine Hauptrolle zukommen sollte.

Starker Rauch

Gegen 10.30 Uhr beendete Feueralarm die dritte Schulstunde. In Windeseile verbreitete sich die Schreckensmeldung: In der Schule ist ein Feuer ausgebrochen! Starke Rauchentwicklung versperrte einem Teil der Schüler und ihren Lehrkräften den sicheren Weg nach draußen und schnell wurde klar, dass nur eine Evakuierung durch die Fenster möglich ist. Kaum eine Minute nach dem Erklingen des Alarms verließen die ersten Buben und Mädchen der 4b, angeführt von ihrem Klassenleiter Hans Eichhammer, das Hauptgebäude. Alles verlief hier nach Plan, streng geordnet und zügig verteilten sich die einzelnen Klassen auf die vorher im Unterricht vereinbarten Sicherheitszonen des Schulhofes. Der präventive Brandschutzunterricht in der Grundschule zeigte Wirkung.

Inzwischen rückten ein Löschfahrzeug und das große Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr Mitterteich mit Blaulicht und Martinshorn über die Kohllohstraße an. Vom Lärm aufgeschreckt hatten sich bereits zahlreiche Schaulustige eingefunden.

Höchste Konzentration war beim Maschinisten gefragt, der die Drehleiter im engen Schulhofbereich punktgenau zum "Rettungsausgang", einem Fenster im ersten Stock, navigieren musste. Innerhalb weniger Sekunden füllten die ersten der 30 "eingeschlossenen" Kinder den Rettungskorb und wurden von Sebastian Richter in Sicherheit gebracht.

Etwas abseits hatte Angelika Müller, die Sicherheitsbeauftragte der Schule, Position bezogen. Sie zählte die Kinder durch und aktualisierte ständig ihre Liste. Die Zahl der noch "Vermissten" verringerte sich zusehends. Mit einem Belüftungsgerät machten die Männer um Harald Schwartling das Treppenhaus rauchfrei und die ersten Schüler der Klassen im Erdgeschoss konnten das Gebäude ebenfalls verlassen - zur Sicherheit ausgestattet mit Fluchthauben. Schwartling und seine Leute wirkten dazu beruhigend auf die Kinder ein, die Rettungsaktion verlief wie am Schnürchen.

Nach der vollständigen Evakuierung untersuchten Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz den "brennenden und verqualmten" Seitenflügel. Gruppenführer Andreas Kraus prüfte dabei immer wieder den Sauerstoffvorrat in den Geräten.

Reibungsloser Verlauf

Kommandant Franz Bauernfeind erklärte zwischenzeitlich den versammelten Schülern und Lehrern die Arbeit der Feuerwehr und ging detailliert auf die Vorgänge vor Ort ein. Beeindruckt zeigte sich der erfahrene Brandschützer vom reibungslosen Verlauf der Übung. Nicht fehlen durften anerkennende Worte für seine Truppe. Einige seiner Männer, wie er betonte, hätten extra für diese Übung Urlaub genommen oder einen schichtfreien Tag geopfert.
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