Fotografischer Impressionismus

"Werden und Sterben" betitelte Walter J. Pilsak dieses impressionistische Stillleben mit Herbstlaub. Bis zum 1. März läuft die Bilderausstellung "Lightpainting 2015" der beiden Fotokünstler aus Waldsassen (Pilsak) und Wiesau. Bilder: Grüner (2)
Lokales
Mitterteich
29.01.2015
8
0

Auf den ersten Blick ist es moderne Malerei, tatsächlich sind es aber Fotografien. Hans G. Lauth und Walter J. Pilsak experimentieren seit 2008 mit einer ganz besonderen Technik. Die liefert viel Ausschuss, aber auch traumhaft surreale Bilder. Ab Freitag sind diese in Mitterteich zu bestaunen.

Keines der etwa 70 Bilder, die Hans G. Lauth und Walter J. Pilsak bei ihrer Ausstellung im Museum für Porzellan, Glas und Handwerk präsentieren, ist mit einer der 25 historischen Kameras, die ebenfalls ausgestellt sind, entstanden. Um ihre spezielle Technik methodisch einzusetzen, warteten sie erst ab, bis die Digitalfotografie entsprechend salonfähig geworden war. Das, was die beiden als Lichtmalerei bezeichnen, hätte mit klassischer Fotografie dem Geldbeutel sehr weh getan.

Aha-Erlebnis mit Unschärfe

Jeder, der sich ernsthaft mit dem Fotografieren beschäftigt, hatte schon ab und an das Aha-Erlebnis, dass ein unbeabsichtigt verwackeltes Bild dem Auge als echtes Kunstwerk schmeichelte. Genau dieses Phänomen haben sich die beiden Fotokünstler zur Methode gemacht. Walter J. Pilsak hat seine Erfahrungen und Tricks schon in vier Fachzeitschriften veröffentlicht und damit viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Pilsak und Lauth haben die Fotografie zwar nicht neu erfunden, aber sie nutzen bewusst die Verwacklungsunschärfe bei langen Belichtungszeiten.

Mittlerweile sind Kameras oder Objektive mit einem mechanischen Verwacklungsschutz ausgestattet. Den schalten die beiden Lichtmaler erst einmal aus, bevor sie loslegen. Eine achtel Sekunde Belichtungszeit bevorzugen sie, wenn sie die Kamera bewusst abrupt bewegen und genau wissen, "jetzt wird das Foto unscharf". Leichte Telebrennweiten zwischen 80 und 105 Millimetern lieferten die besten Effekte, wie sie betonen. Etwa 90 Prozent der Ergebnisse seien aber unbrauchbar.

Vorteil Digitalkamera

Der Vorteil der "Digicam" liegt damit auf der Hand. Der Speicherkarte ist es egal, wie viele Belichtungen sie aufzeichnet. Dadurch wird der Kostenfaktor sekundär. Außerdem kann der Fotograf das Ergebnis sofort auf dem Display betrachten. "Fotografieren mit der bewegten Kamera" nennen die beiden ihre Methode. Die Kamera wird während der Belichtung nach oben, unten, links oder rechts geschwenkt. Auch die gedrehte Kamera liefert außergewöhnliche Ergebnisse - spiralförmige Bilder.

"Lightpainting 2015" ist die Präsentation überschrieben. Zu sehen ist sie von Freitag, 30. Januar, bis Sonntag, 1. März, zu den üblichen Museumsöffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag von 9 bis 12 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.