Gartengelände statt "Teedipfl"

Lokales
Mitterteich
10.06.2015
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Raus aus dem "Teedipfl", rein ins Grüne: Einen Treffpunkt außerhalb der Innenstadt - am besten mit Gartenfläche - wünschen sich zahlreiche Mitterteicher Jugendliche. Die Ergebnisse eines Gesprächs mit dem Jugendbeauftragten Reiner Summer (CSU) waren am Montag Thema im Stadtrat.

Nach dem Erlass einer Satzung für mehrere öffentliche Anlagen hatte es von vielen Seiten Kritik gegeben - nicht nur von jungen Leuten. Vor allem Jugendliche waren es aber, die in einer Mitterteicher Facebook-Gruppe das Fehlen eines geeigneten Treffpunkts beklagten (wir berichteten). Reiner Summer lud daraufhin spontan zu einer offenen Aussprache ins "Teedipfl" ein, worüber er nun kurz informierte.

Konstruktives Gespräch

Aus diesem Grund verfolgten auch einige Jugendliche den öffentlichen Teil der Stadtratssitzung - und dabei ließen sie sich selbst von einer mehr als einstündigen Beratung über den Gesellschaftsvertrag der neuen Stadtentwicklungsgesellschaft (Bericht folgt) nicht abschrecken. Erst beim Punkt "Wünsche und Anregungen" war Summer am Zug und berichtete von einem konstruktiven Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Erfreut hätten ihn das rege Interesse der jungen Leute und auch die Teilnahme von Ernst Bayer (Freie Wähler).

Beengte Räumlichkeiten

"Konsens war, dass das ,Teedipfl' als Treffpunkt ungeeignet ist", betonte Summer. Ungünstig bewertet werde die Lage direkt an der Straße. Dadurch kämen sich die Besucher häufig vor "wie auf dem Präsentierteller". "Es gibt keinen Garten und keine Möglichkeit zum Grillen", nannte Summer weitere Argumente der Jugendlichen. Wegen der dünnen Wände hörten Anwohner Musik stets mit. Und abgesehen von der Lärmproblematik seien die Räumlichkeiten zu beengt. "Ein Problem ist, dass es keinen großen Raum gibt", bestätigte Summer. Es sei schon nicht leicht gewesen, die rund 15 Teilnehmer des Gesprächs unterzubringen. "Vorgeschlagen wurde, das ,Teedipfl' aufzugeben und etwas im Grünen zu suchen, das aber fußläufig zu erreichen ist." Ideal wären nach Ansicht der Jugendlichen ein Schrebergarten oder ein Gelände beim Freibad. Unterschlupf könnten eine Hütte, ein Bauwagen oder ein Container bieten. Verwiesen hätten die gut vorbereiteten jungen Leute auf funktionierende Projekte in Brand, Konnersreuth und Neualbenreuth.

"Positiv überrascht"

Reiner Summer ergänzte, dass sich drei Gesprächsteilnehmer sofort bereit erklärt hätten, Verantwortung zu übernehmen. Beeindruckt speziell davon zeigte sich Ernst Bayer: "Das hat mich positiv überrascht, ich hatte zuvor eine andere Meinung." Wie Summer versicherte, habe man den Jugendlichen aber auch klar zu verstehen gegeben, dass ein größerer Vorfall das Ende des Projekts bedeuten könnte. Bis zum nächsten Treffen sollen sich die jungen Leute nun eine Art Grundordnung überlegen.

Bürgermeister Roland Grillmeier dankte den Beteiligen für ihr Engagement und erinnerte nochmals daran, warum der Erlass einer Satzung notwendig gewesen sei. "Wir wollten niemandem etwas verbieten, sondern nur einige Grundregeln schaffen." SPD-Sprecher Johann Brandl schlug in die gleiche Kerbe: "Es ist schade, dass der Eindruck entstand, wir hätten etwas gegen Jugendliche."

Einig waren sich Grillmeier und Brandl, dass das "Teedipfl" schon seine Berechtigung gehabt habe. Die Zielsetzung der Jugendlichen sah der Bürgermeister mit Skepsis, weil bereits ähnliche Vorhaben gescheitert seien. "Wir werden aber versuchen, dass wir einen Platz finden", versprach Roland Grillmeier. "Wir können über alles reden." Es gelte nun, weiter Ideen zu sammeln und zu prüfen. Vielleicht könne in den kommenden vier bis acht Wochen eine Lösung gefunden werden.

"Ohne Vorlesung"

Reiner Summer lud abschließend alle Jugendlichen zum Besuch der nächsten Sitzung des Mitterteicher Jugendrats ein. "Das geht dann auch ohne BWL- und Jura-Vorlesung vonstatten", bemerkte Summer in Anspielung auf die lange Beratung zur Stadtentwicklungsgesellschaft.
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