Gelebte Ökumene

Lokales
Mitterteich
21.11.2015
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Ist man eigentlich arm, wenn man keine Weihnachtsgeschenke bekommt? Diese Frage gehörte noch zu den etwas einfacheren - da hatten die Vorschulkinder beim Bibeltag in Mitterteich schon noch ganz andere Nüsse zu knacken.

In Zweierreihen saßen 35 Mädchen und Buben dicht nebeneinander. "Quizmaster" Jakob Schnellinger wusste freilich die Lösung, freiwillig aber rückte er mit der Antwort nicht heraus. Warum sollte er auch? Währenddessen hatte sich der Rest der Gruppe im großen Raum nebenan versammelt, um sich im Zielwerfen mit "Goldstücken" zu üben. Verschwenderisch gingen die Kinder mit ihren "wertvollen" Münzen um. Es waren genug vorhanden, warum also sollte man sparen?

Gespielter Streit

Zuvor war ein Familienstreit entbrannt, wie so oft ging es dabei ums Geld. Weil die "Alten" stur geblieben waren, verließ der Junior das Haus. Nie mehr wolle er zurückkehren, gab er zu verstehen. Zurück blieb ein großer Scherbenhaufen. Alle Brücken schienen abgebrochen, es herrschte eisiges, unerträgliches Schweigen. Dieser gespielte Familienkrach war Teil des Programms eines ganz besonderen Kinderbibeltags, den die Evangelische Kirchengemeinde Mitterteich/Wiesau am Buß- und Bettag veranstaltete. "Der verlorene Sohn" lautete das Thema. Dabei lernten die Kinder in kleinen Spielszenen und bei gemeinsamen Gesprächen, wie es ist, nach Hause zu kommen und dort willkommen zu sein.

Der Saal des Gemeindehauses war von Beginn an von Kinderlachen erfüllt, der Buß- und Bettag kann durchaus auch ein fröhlicher Tag sein. Vorschulkinder aus Mitterteich, aber auch aus Wiesau, Fuchsmühl und anderen umliegenden Ortschaften waren gekommen, um gemeinsam zu beten, zu spielen und zu singen. Da spielte es auch keine Rolle, ob sie evangelisch oder katholisch waren - ganz im Gegenteil.

"Wir haben einfach alle eingeladen. Jeder, der wollte, durfte gerne kommen", erklärte Christine Etzold, Vorsitzende des Vereins "Miteinander", der sich in der Gemeinde um die Jugendarbeit kümmert. Sie und weitere Frauen haben den Verein vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen, um eine Lücke im Bereich der Jugendarbeit zu schließen. "Gelebte Ökumene", so Etzold zum fröhlichen Miteinander der Kinder.

Gemeinsames "Festmahl"

Natürlich durfte am Kinderbibeltag auch ein großes "Festmahl" nicht fehlen. Schmecken ließen sich die Kinder Spaghetti mit Soße. Nicht zuletzt erhielten die Mädchen und Buben am Vormittag Besuch vom Jugendbeauftragten der Stadt, Reiner Summer. Zwei Stunden lang hatte er sich Zeit genommen, um mit den Kindern zu spielen.
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