Großes Interesse an Filmgespräch in Mitterteich
"Kind soll Kind sein dürfen"

Lokales
Mitterteich
17.03.2015
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Was ein Kind macht, wenn es eine Mutter hat, die noch viel verrücktere Ideen hat als es selbst, war Thema des Films "Übergeschnappt", der jetzt auf Einladung der KEB und der Caritas Tirschenreuth in Mitterteich zu sehen war. "Dieser Film zum Lachen und Weinen lässt ein ernstes Thema leicht annehmen", sagte einführend Diplom-Sozialpädagogin Maria Staufer von den Ambulanten Diensten der Jugendhilfe der Caritas. "Er soll das Thema psychische Krankheit aus der Tabuzone holen." Wie sehr dieses Filmgespräch dazu motivierte, zeigten die knapp 100 Besucher im Saal der "Angerlichtspiele".

Beim anschließenden Gespräch ging Dr. Stefan Gerhardinger, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut an der Beratungsstelle für seelische Gesundheit Tirschenreuth, auf das Krankheitsbild ein. Psychische Krankheiten seien leider immer noch ein Tabu, die Betroffenen und ihre Angehörigen würden stigmatisiert. Wolfgang Sill, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut an der Erziehungsberatungsstelle Tirschenreuth, griff die Situation des Kindes auf, das versucht wie ein Erwachsener alles zu meistern - eine totale Überforderung. Beide Gesprächspartner stellten sich den zahlreichen Fragen und zeigten anhand des Films auf, wie sehr bereits ein natürliches Netz, ein gesunder Ansprechpartner helfen können.

Ein wichtiger Teil der Hilfe ist es, die Kinder betroffener Eltern zu entlasten. Betroffene und Angehörige, aber auch Nachbarn, Erzieherinnen und Lehrer können sich zunächst unverbindlich an die Beratungsstellen wenden, wenn sie am Kind Auffälligkeiten wie den Abfall schulischer Leistungen, Isolation oder aggressives Verhalten beobachten. Und auch beim Jugendamt, das jeder Meldung nachgehe, gehe es zunächst um eine Prüfung der Situation und unterstützende Hilfe, so Peter Gold, Leiter des Allgemeinen Sozialdienstes im Kreisjugendamt Tirschenreuth.

Mit dem Appell "Ein Kind soll Kind sein dürfen, zu einer Klassengemeinschaft gehören" lud Maria Staufer ein, Kinder betroffener Eltern zu unterstützen und Beratungsstellen als unverbindliche Hilfe zu nutzen, auch wenn es oft schwer sei, Betroffene zur Annahme dieser Hilfe zu motivieren. Hans Stelzl, Geschäftsführender Bildungsreferent der KEB Tirschenreuth, dankte den Referenten und Maria Staufer sowie den Zuhörern.
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