Gute Chancen in der Region

MdB Albert Rupprecht (sitzend, Zweiter von rechts) stellte sich bei der jüngsten Sitzung des Mitterteicher Jugendrats den Fragen der jungen Leute. Mit dabei waren neben dem Mitterteicher Jugendbeauftragten Reiner Summer (hinten, Mitte) auch dessen Tirschenreuther Amtskollege Huberth Rosner (hinten rechts) sowie zwei Vertreter des Jugendrats aus der Kreisstadt. Bild: lnz
Lokales
Mitterteich
21.09.2015
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Mit einem breiten Spektrum aktueller Themen beschäftigte sich der Mitterteicher Jugendrat in seiner jüngsten Sitzung: Es reichte vom gewünschten Gemeindemobil über Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bis hin zur Flüchtlingskrise.

Erster Sprecher Fabian Weinberger hieß neben den Gremiumsmitgliedern, einigen interessierten Jugendlichen, Bürgermeister Roland Grillmeier und dem Jugendbeauftragten Reiner Summer auch MdB Albert Rupprecht willkommen. Zum Meinungsaustausch mit hinzu gesellt hatten sich außerdem der Tirschenreuther Jugendbeauftragte Huberth Rosner und zwei Mitglieder des Jugendrats der Kreisstadt.

Fabian Weinberger informierte kurz über die vom Jugendrat gefasste Idee zur Anschaffung eines Gemeindemobils (wir berichteten) und bat den Bürgermeister um einige Worte zum aktuellen Sachstand. "Wir werden darüber bei der Vereinsvertreter-Versammlung diskutieren", versicherte Grillmeier. Denkbar sei, einen Teil aus der gut gefüllten Bürgerfest-Kasse dafür zu verwenden. Voraussetzung sei aber ein entsprechendes Interesse, denn ein solches Fahrzeug sei nur rentabel, wenn es ständig bewegt werde. Falls die Vereine mitmachen, könnte das Mobil in zwei bis drei Monaten zur Verfügung stehen.

Große Nachfrage

Von einer großen Nachfrage und sehr guten Erfahrungen mit dem Tirschenreuther Gemeindemobil berichtete Huberth Rosner. "Allerdings gibt es bei uns kaum vereinseigene Busse." Reiner Summer erklärte, dass man in Mitterteich ein Leasing-Modell favorisiere. "Bei einer Pauschale von 30 Cent pro Kilometer und 30 000 gefahrenen Kilometern pro Jahr würde sich das Ganze selbst finanzieren." Vorstellbar sei auch eine Nutzung durch Schulen und Kindergärten. Auf Nachfrage von Summer erläuterte Huberth Rosner, dass man in Tirschenreuth die Rück- bzw. Übergabe an Wochenenden unproblematisch geregelt habe.

Enormer Kraftakt

Nach einer Power-Point-Präsentation von Rainer Schnurrer über den Jugendrat und dessen bisherige Aktionen stellte sich Albert Rupprecht kurz vor und ermunterte die Jugendlichen, Fragen zu stellen. Als Erstes kam aus der Runde die Bitte zu einer Stellungnahme zur Flüchtlings-Problematik, was Rupprecht als "Mega-Thema" bezeichnete. "Menschen in Not muss man helfen", betonte der CSU-Bundestagsabgeordnete und machte deutlich, dass Flüchtlinge mit Bleibeperspektive schnell integriert werden müssten. Dazu sei aber ein enormer Kraftakt notwendig. "Ich hoffe, dass wir das hinkriegen."

Allen voran müssten die Flüchtlinge die deutsche Sprache lernen, so dass sie ins Arbeitsleben einsteigen können. "Nach aktuellen Schätzungen sind aber nur 10 Prozent der Asylbewerber für den deutschen Arbeitsmarkt geeignet", so Rupprecht. Klar sei, dass der Staat die anderen 90 Prozent nicht auf Dauer mit Hartz IV finanzieren könne. Die Aussagen von Wirtschaftsverbänden, wonach die Flüchtlinge helfen könnten, die negativen Auswirkungen der demografischen Entwicklung abzufedern, bewertete Rupprecht mit Skepsis.

Auf Nachfrage von Rupprecht berichteten einige Jugendliche von vereinzelten Flüchtlingskindern in ihren Schulklassen. Deutschkenntnisse seien aber so gut wie nicht vorhanden. Reiner Summer sagte, dass angesichts der aktuellen Entwicklung mehr Lehrer gebraucht würden. Huberth Rosner warf ein, dass Asylbewerber in Tirschenreuth auch über die Sportvereine ins gesellschaftliche Leben integriert worden seien.

"Haben wir Zukunftschancen in der Region?", wollte ein Junge wissen. Von Albert Rupprecht gab es dazu ein klares Ja. Es gebe hier eine Vielzahl leistungsstarker Firmen, die künftig wohl noch intensiver als heute nach neuen Mitarbeiter suchen werden. Wer einen ordentlichen Abschluss schaffe, egal an welcher Schule, müsse sich keine Sorgen machen. Rupprecht riet den Jugendlichen, gemeinsam einen Bus zu mieten und verschiedene Betriebe zu besuchen, um Eindrücke zu sammeln.

Viel Geld, viel Arbeit

"Halten Sie Ihr Abgeordneten-Gehalt für angemessen?", lautete eine weitere Frage. Albert Rupprecht informierte, dass die monatlichen Diäten derzeit bei rund 9000 Euro liegen. Ob das angemessen sei, könne er nur schwer beurteilen. "Es ist viel Geld, aber ein Abgeordneter hat auch viel Arbeit." Rupprecht erklärte, dass viel Einsatz notwendig gewesen sei, um bis in den Bundestag zu kommen. Des Geldes wegen habe er diesen Weg nicht gewählt. "In der Wirtschaft habe ich zuvor mehr verdient." Huberth Rosner gab zu bedenken, dass sogar ein Zweitbundesliga-Fußballer in der Regel mehr Geld bekomme als ein Bundestagsabgeordneter.
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