Hammerschläge zur Eröffnung

Im Auftrag der gesamten Schnitzergruppe dankte Rainer Gottas (rechts) den "Vätern der Ausstellung", Peter Dotzauer und Adolf Gold (von links), mit einem Geschenk. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
15.12.2014
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250 Wochen sind seit ihrer letzten Ausstellung vergangen - am Freitag hatte das Warten ein Ende: Die Mitterteicher Schnitzer präsentierten im Museum 25 liebevoll gestaltete Krippen, die bis zum 19. Januar zu bewundern sind.

Zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung gekommen, darunter auch Schnitzer aus Tirschenreuth, Wiesau, Pleystein und Plößberg. "Vor 2014 Jahren geschah das Wunder von Bethlehem. Die Geburt in Bethlehem ist mehr als eine einmalige Geschichte, es ist ein Geschenk, das ewig bleibt", sagte Peter Dotzauer in seiner Begrüßungsrede.

In einer immer hektischer werdenden Zeit fänden die Menschen kaum noch die innere Ruhe, sich auf die Geburt Jesu vorzubereiten, so Dotzauer. Kritisch setzte er sich mit einigen Entwicklungen rund um das große Fest auseinander. "Was ist Weihnachten überhaupt, wenn schon im September in den Kaufhäusern die Nikoläuse stehen? Fragen Sie einmal, wie sich seinerzeit die Geburt Jesu abgespielt hat oder wer das Kind Gottes ist." Dotzauer bedauerte, dass heute Figuren wie Batman bekannter seien als das kleine Kind in der Krippe. "Zum Glück kann man das Schnitzen nicht mit dem Handy machen", betonte Dotzauer.

Seele baumeln lassen

Weiter erinnerte der Sprecher an den früheren Mesner Fritz Burger, der vor genau 25 Jahren die Mitterteicher Schnitzkunst neu habe aufleben lassen. "In unserer Ausstellung finden Sie sicherlich die persönliche Ruhe und Einstimmung auf das Fest der Geburt Christi. Lassen Sie einfach Ihre Seele baumeln", sagte Dotzauer und warb für die traditionelle Handwerkskunst im Kreis seiner Gruppe. "Schnitzen kann jeder, wenn er das überflüssige Holz wegschneidet und die Figur wachsen lässt. Gibt es ein Problem, so helfen erfahrene Schnitzer, die immer einen Rat wissen. Und eines darf nicht vergessen werden: Jedes geschaffene Werk ist ein Unikat." Bei Maria Kunz vom Museumsteam, Gabi Bleistein und Monika Beer-Helm bedankte sich Dotzauer abschließend für die Unterstützung.

Bürgermeister Roland Grillmeier sprach von einer Ehre, die Krippenausstellung eröffnen zu dürfen. "Meine Hochachtung gilt den Schnitzern, die mit ihrer Arbeit das Weihnachtsfest näher bringen." Sie verkörperten ein Stück Heimat, Kultur und Glaube. "Schnitzen ist ein schönes Hobby, ich freue mich, dass jetzt auch die Jugend daran Geschmack findet, es ist eine sinnvolle Arbeit." Grillmeier wünschte der Ausstellung viele Besucher und überreichte der Schnitzergruppe eine Spende der Stadt und der Sparkasse Oberpfalz Nord.

Glaube erlebbar

"Krippen begleiten mich seit meiner Kindheit", berichtete Stadtpfarrer Anton Witt und erinnerte daran, dass die erste Krippe vor 800 Jahren von Franz von Assisi gebaut worden sei. "Dank der Krippe ist der Glaube erlebbar geworden." Pfarrer Witt erzählte weiter, dass sein Vater einst immer einen ganzen Tag gebraucht habe, um die umfangreiche Krippe daheim aufzustellen.

Der Geistliche verwies auch auf einen Besuch in Bethlehem, wo er ebenfalls eine Krippe habe bewundern können. Jede Krippe sehe anders aus - und das dürfe sie auch. "Jeder Künstler darf seine eigene Krippe kreieren, so wie er sie sich vorstellt."

Im Auftrag der gesamten Schnitzergruppe dankte abschließend Rainer Gottas den "Vätern der Ausstellung", Peter Dotzauer und Adolf Gold, mit einem Geschenk. Es folgten dann drei Hammerschläge, mit denen Peter Dotzauer die Ausstellung für geöffnet erklärte. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Stubenmusik Burger.
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