Hautnah dran an großer Politik

Bei einem Besuch im Bundesrat diskutierten die Mitterteicher Jugendlichen über den Gesetzesvorschlag "Führerschein mit 16 ohne Einschränkung". Sina Neumüller, Anna Schug und Lara Goss (von links) nahmen am Tisch der Bundesregierung Platz. Bilder: hfz (3)
Lokales
Mitterteich
16.04.2015
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Ereignisreiche Tage erlebten jetzt knapp 50 junge Mitterteicher in der Bundeshauptstadt Berlin. Während einer Bildungsreise des Jugendrats erhielten sie spannende Einblicke in die Arbeit von Bundesregierung und Opposition und genossen das Erkunden von Sehenswürdigkeiten.

Jugendbeauftragter Reiner Summer, der Organisation und Leitung übernommen hatte, wertete die Fahrt als tollen Erfolg. Ziel der Inklusionsreise von Jugendlichen und Erziehungsberechtigten war es, die Verfassungsorgane der Bundesrepublik näherzubringen, über den Ablauf politischer Entscheidungsprozesse aufzuklären, Vorurteile abzubauen und dadurch den Nachwuchs für die Politik und die Übernahme von Verantwortung zu begeistern.

Lebhafte Diskussion

Gleich zu Beginn stand ein Besuch des Bundesrats auf dem Programm, wo die Gruppe in einem Rollenspiel Wissenswertes über die Funktion der Länderkammer erfuhr. Thema einer Plenarsitzung war der Gesetzesvorschlag "Führerschein mit 16 ohne Einschränkung", wobei die Mitterteicher die Bundesländer, die Bundesregierung und das Präsidium stellen mussten. In einer lebhaften Diskussion, in der es auch galt, mit der korrekten Anrede "Herr/Frau Ministerpräsident(in)" die Etikette zu wahren, wurde der Entwurf schließlich mit 13 zu 3 Stimmen abgeschmettert.

Ein Treffen mit dem Bundestagsabgeordneten Reiner Meier folgte am zweiten Tag. In einer lockeren Gesprächsrunde informierte der Tirschenreuther, Mitglied des Gesundheitsausschusses, über den Ablauf einer Sitzungswoche, bevor er dann konkret zu einigen Anliegen der Besucher wie etwa den Ärztemangel auf dem Land Stellung nahm.

Anschließend lauschte die Gruppe einem Vortrag im Plenarsaal des Bundestags, der sich mit der Geschichte des Gebäudes, der Sitzordnung im Parlament sowie den Aufgaben und der Funktion des Hauses beschäftigte. Nach einem Besuch der Reichstagskuppel, der einen Blick über die Dächer Berlins erlaubte, ging es auf Einladung von MdB Reiner Meier zum gemeinsamen Mittagessen ins Paul-Löbe-Haus.

Am Nachmittag waren die Mitterteicher dann zu Gast im Bundeskanzleramt. "Das war ein Highlight der Fahrt, weil ein Besuch dort aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen nur sehr selten möglich ist", erklärt Reiner Summer. Wo normalerweise hochrangige Staatsgäste empfangen werden, informierte sich die Gruppe über die Abläufe hinter den Kulissen des Amtssitzes der Bundeskanzlerin und erhielt Insider-Informationen darüber, wie tagtäglich eine reibungslose Regierungstätigkeit von Angela Merkel sicherstellt wird.

"Bayerische Botschaft"

Heimatluft schnupperte die Reisegruppe zum Abschluss der politischen Woche bei einem Besuch in der Bayerischen Landesvertretung. Ein wichtiger Auftrag des Hauses ist es, die wirtschaftliche Stellung des Freistaats Bayern durch den Aufbau und das Pflegen von Beziehungen in aller Welt zu festigen und auszubauen. Das schmucke Gebäude der ehemaligen Devisenbank der DDR wird oft auch für gesellschaftliche Anlässe angemietet, wodurch die "Bayerische Botschaft" in Berlin nahezu kostendeckend arbeiten kann.

Natürlich hatte Reiner Summer auch genügend Freizeit für Shopping und "Sightseeing" eingeplant. Das Spektrum der besuchten Sehenswürdigkeiten reichte vom Checkpoint Charlie bis hin zu "Madame Tussauds". Zu den Höhepunkten zählte auch der Besuch eines Restaurants mit XXL-Portionen. Dort schafften es mehrere Jugendliche nicht einmal gemeinsam, riesige Hamburger- oder Schnitzelportionen zu vertilgen.

Noch während der Fahrt wurden die Aufforderungen an Reiner Summer immer lauter, dass unbedingt ein Nachtreffen zum Austauschen von Erinnerungen und Fotos organisiert werden müsse. Ort und Termin einer solchen "Ampelmännchen-Party", wie Summer sie nennt, wird er rechtzeitig bekanntgeben.
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