Hilfe im Alltag durch Paten

Bürgermeister Roland Grillmeier (sitzend, Zweiter von rechts) hatte zu einem Runden Tisch zum Thema Flüchtlingshilfe ins alte Rathaus eingeladen. Bild: hfz
Lokales
Mitterteich
21.10.2015
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Die Zahl der Asylsuchenden in Mitterteich wird sich wohl noch weiter erhöhen - darüber war man sich jetzt bei einem Runden Tisch einig. Jetzt suchen die Verantwortlichen von Stadt, AWO, Kirchen und anderen Organisationen ehrenamtliche Paten, die bei der Betreuung helfen wollen.

Bürgermeister Roland Grillmeier hatte kürzlich Vertreter des Stadtrats, der AWO, des BRK, des Stadtverbands für Sport, des Seniorenbeirats, des örtlichen Sozialamts und die beiden Pfarrer zu einer Gesprächsrunde ins alte Rathaus eingeladen. Erörtert wurden dabei Möglichkeiten zur weiteren gezielten Unterstützung von Flüchtlingen.

Grillmeier informierte, dass in Mitterteich derzeit 41 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber - überwiegend Familien - dezentral in mehreren Wohnungen untergebracht seien. Dafür gebe es in der Bevölkerung viel Verständnis, wofür sich die Runde ausdrücklich bedankte. Der Bürgermeister berichtete von der jüngsten Kreisausschusssitzung, bei der er Landrat Wolfgang Lippert gebeten habe aufzuzeigen, wie viele Plätze für Asylsuchende man im Landkreis in absehbarer Zeit benötigen werde. Demnach gebe es aktuell rund 600 Plätze, doch man gehe davon aus, dass diese mittelfristig nicht ausreichen.

Erfolgreiche Kurse

Grillmeier betonte, dass sich in Mitterteich seit Monaten viele Menschen engagierten, um die Integration der Flüchtlinge zu unterstützen. Gerade die AWO unter der Leitung von Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner leiste hier eine außergewöhnliche Arbeit. Aufrufe an die Bevölkerung hätten bereits Wirkung gezeigt. Ernst Bayer berichtete, dass inzwischen bist zu zehn Leute bereit seien, Deutschunterricht zu geben. Die seit Monaten laufenden Kurse zeigten gute Erfolge. Nun soll die Unterstützung für die Flüchtlinge auf noch breitere Beine gestellt werden. So wolle man sich der Initiative "Menschen helfen Menschen" anschließen und neue Helfer gewinnen.

Drei Stunden pro Woche

Konkret gesucht werden Erwachsene und Familien, aber auch Schüler von weiterführenden Schulen, die einzelnen Flüchtlingen bzw. Familien als Paten im alltäglichen Leben zur Seite stehen. Damit aber keine allzu zu große Belastung für die ehrenamtlichen Helfer entsteht, soll die aufgewendete Zeit zwei bis drei Stunden pro Woche nicht übersteigen.

Die Hilfsmöglichkeiten seien vielfältig - so könnten die Paten Fahrten zum Einkaufen und für Arztbesuche übernehmen, Verbindungen zwischen Flüchtlingskindern und Vereinen herstellen oder einfach nur Gespräche in deutscher Sprache führen. Schüler könnten ein- bis zweimal pro Woche Flüchtlingskindern bei schulischen Fragen helfen. Aber auch andere Aktivitäten könnten noch durchgeführt werden. Gerade im täglichen Miteinander an Schulen und in den Kindergärten könnten Kontakte zwischen Kindern und ihren Familien hergestellt werden.

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Patenschaft hat, kann sich bei AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner unter Telefon 09633/3888 oder bei Heidi Rosner vom Sozialamt der Stadt unter Telefon 09633/89 122 melden. Nach Eingang der Meldungen wird mit allen Interessenten bei einer Zusammenkunft die genaue Vorgehensweise besprochen.

"Tag der Begegnung"

Geplant ist möglichst noch in diesem Jahr ein "Tag der Begegnung", an dem die Bevölkerung die Asylsuchenden kennenlernen kann. Auch Sportvereine sollen hier die Möglichkeit erhalten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Stadtpfarrer Anton Witt bot an, hierfür das Josefsheim zur Verfügung zu stellen. Das Fazit der Runde: Man werde alles tun, um eine gute Integration der Flüchtlinge zu erreichen - und jeder sei aufgefordert, dabei zu helfen.
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