Höhere Gebühren, teurere Karten

Lokales
Mitterteich
18.12.2014
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Mehr bezahlen müssen die Mitterteich für Wasser und Abwasserbeseitigung: Einstimmig beschloss der Stadtrat am Montag die Erhöhung der Gebühren zum 1. Januar 2015. Und auch der Besuch in den Freizeiteinrichtungen wird teurer.

Während die Abwassereinleitungsgebühr von 2,08 Euro auf 2,25 Euro pro Kubikmeter steigt, klettert die Wasserverbrauchsgebühr von 1,40 Euro auf 1,73 Euro pro Kubikmeter. Beim Abwasser ergab sich im Kalkulationszeitraum von 2011 bis 2014 eine Unterdeckung von knapp 240 000 Euro, die nun in den kommenden vier Jahren ausgeglichen werden muss. Der kalkulatorische Zinssatz liegt bei 3,3 Prozent. "Ich glaube, wir haben super kalkuliert", kommentierte Bürgermeister Roland Grillmeier die Tatsache, dass sich bei der Wasserversorgung von 2011 bis 2014 lediglich eine Unterdeckung von rund 25 600 Euro ergeben hat. Um diese auszugleichen, müssen daher nur 3 Cent pro Kubikmeter aufgeschlagen werden. Die übrigen 30 Cent pro Kubikmeter kommen als Resultat der laufenden Sanierung hinzu, wobei die Berechnung auf der vom Stadtrat beschlossenen Umlage zu 50 Prozent über Beiträge und zu 50 Prozent über Gebühren beruht.

Nachkalkulation ab 2017

Weil die Sanierung noch bis 2016 dauert und am 8. März 2015 der Bürgerentscheid zur Wasserkostenumlage ansteht, hat die Verwaltung einen nur zweijährigen Kalkulationszeitraum gewählt. Sollten sich die Bürger bei der Abstimmung für eine Finanzierung zu 100 Prozent über Gebühren aussprechen, muss das Defizit ab 1. Januar 2017 über eine Nachkalkulation gedeckt werden. Der kalkulatorische Zinssatz wurde auf 3,3 Prozent festgesetzt. Johann Brandl (SPD) wollte wissen, ob eine Neukalkulation auch schon nach einem Jahr möglich wäre, um schneller auf einen entsprechenden Ausgang des Bürgerentscheids reagieren zu können. Josef Schwägerl (CSU) gab daraufhin zu bedenken, dass dann aber gleich 5 statt 3 Cent zur Deckung des Defizits der Jahre 2011 bis 2014 aufgeschlagen werden müssten.

Weiter bat Brandl zu prüfen, ob die Stadt mit einem Teil der Wassereinnahmen Bausparverträge abschließen könnte, um Rücklagen aufzubauen. Als Beispiel verwies er auf Angebote der Raiffeisenbank. Bürgermeister Roland Grillmeier erwiderte, dass sich die Kämmerei damit befasst habe und man die Entwicklung weiter verfolgen werde.

Stefan Grillmeier (CSU) äußerte sich mit einem Hinweis auf seine Erfahrung als Banker skeptisch zu solchen Modellen und erinnerte an die unsichere Zinsentwicklung: "Man sollte lieber mehr tilgen statt Rücklagen bilden."

Zwei bis drei Jahre

Einigkeit zeigte der Stadtrat auch bei der Erhöhung der Eintrittspreise für Freibad, Hallenbad und Eissporthalle (siehe Kasten). Dieser Schritt war im Zuge der Haushaltskonsolidierung notwendig geworden. "Das ist angemessen, wir bieten ja auch was", erklärte Roland Grillmeier zu den neuen Preisen, die nun zwei bis drei Jahre gelten sollen. "Wir sind human", betonte Stefan Grillmeier und verwies auf deutlich höhere Eintrittspreise in größeren Städten.

Josef Schwägerl regte an, Anpassungen nicht alle fünf Jahre, sondern öfters vorzunehmen. "Sonst ist es auf einmal zu viel." Bürgermeister Grillmeier entgegnete, dass dies wegen des Punktesystems problematisch wäre. Freie-Wähler-Sprecher Bernhard Thoma bat auch künftig um eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen, um ein Konkurrenzdenken zu verhindern.

Johann Brandl wunderte sich, warum die Eishallen-Saisonkarte für Behinderte künftig 77 statt 72 Euro kosten solle, während der Preis für die vergleichbare Frei- bzw. Hallenbad-Saisonkarte unverändert bei 60 Euro bleiben solle. Bürgermeister Grillmeier erwiderte, dass man in beiden Fällen eine Erhöhung vorgesehen habe. "Es kann sein, dass das durchgerutscht ist." Der Preis dieser Karte steigt von 60 auf 66 Euro.
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