Jede Menge Holz im Porzellanmuseum

Damit die Ausstellung zur Eröffnung am heutigen Freitagabend im Festgewand erscheint, gibt es bis zum Schluss noch viel zu tun. Deshalb heißt es zusammenlangen, wo es geht. Bilder: Grüner (4)
Lokales
Mitterteich
12.12.2014
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Hier surrt der Motor eines Akkuschraubers, dort bestimmt das Klopfen eines Hammers auf den Nagelkopf die Akustik im Raum. Damit die große Krippenausstellung bei der Eröffnung im Festtagsgewand dasteht, müssen die Schnitzer auch heute noch kräftig hinlangen.

Vielstimmiges Murmeln im Sonderausstellungsraum deutet auf ein Problem hin, das es zu lösen gilt. Einer der Männer trägt eine Kiste herein, aus der Tannenzweige herausspitzen, ein anderer einen Karton mit getrockneten Wurzeln. Seit Mittwoch vergangener Woche ist das Museum für Porzellan, Glas und Handwerk Baustelle, läuft der Aufbau zur Jubiläums-Ausstellung der Schnitzer auf Hochtouren.

25. Geburtstag

Damit am heutigen Freitagabend um 18.30 Uhr zur Eröffnung alles picobello aussieht, werkelten jeden Tag etwa 15 Leute. Und die bauten nicht nur die eigenen Krippen auf, sondern halfen sich gegenseitig und schafften gemeinsam das würdige Drumherum. Denn die fünfte große Krippenausstellung ist etwas ganz Besonderes. Mit ihr feiern die Schnitzer ihren 25. Geburtstag,

Demzufolge sind auch 25 Krippen ausgestellt. Frei zugänglich und nicht hinter Glas. Im Vorraum zum Sonderausstellungsraum sind zwei große Vitrinen aufgebaut. Adolf Gold hat darin, sehr bildwirksam, etwa 25 Figuren von acht ehemaligen Schnitzern platziert. Schon vom Haupteingang her weisen 1,70 Meter hohe zweidimensionale Krippenfiguren den Weg zur Präsentation.

Krippen aus aller Welt

Auf einer großen Schautafel hat Gold unter der Überschrift "Der lange Weg zum Holzschaf" einen zeitlichen Abriss mit den Höhepunkten in der Vita des Vereins geschaffen. Zeitungsartikel, Fotos und andere Dokumente zeichnen chronologisch den Weg der Schnitzer nach. Auf einer weiteren Tafel erzählen Mitterteicher Mittelschüler unter der Leitung von Monika Beer-Helm über "Krippen aus aller Welt".

Werner Mark aus Mitterteich werkelt schnell noch am Stall seiner Krippe herum. Seit 20 Jahren gehört er zu den Schnitzern, eine orientalische und ein heimatliche Krippe mit insgesamt etwa 60 Figuren präsentiert er bei der Schau. Josef Reichl aus Pechbrunn ist noch nicht ganz zufrieden mit der Landschaft seiner orientalischen Krippe und baut immer wieder um. Etwa 20 Figuren bevölkern seine Krippe.

Josef und Hedwig Göhl werkeln zu zweit an ihrer orientalischen Krippe. Die Landschaft hatten sie schon bei der Präsentation vor fünf Jahren aufgebaut. 25 große Figuren werden im Endeffekt darin platziert sein. Rainer Gottas aus Mitterteich hat eine interessante Mischung aus orientalischer und bayerischer Krippenlandschaft gebaut. Er stellt zum ersten Mal aus und ihm fällt gerade ein, dass er ja noch gar keine Maus in seiner Krippe hat. Die ist nämlich Tradition in den Mitterteicher Krippen und fast in jeder ist ein kleiner Nager versteckt.

Flächenmäßig die größte Krippe mit 3,50 Metern Länge und 1,50 Metern Breite ist die von Adolf Gold. Der Senior der Schnitzer zeigt darin sechs biblische Szenen mit etwa 90 Figuren. Ein Schaf und ein Bettler sind dabei ganz neu. Die Figuren von Hugo Schmid aus Erbendorf stechen sofort heraus. In seiner sogenannten "Ankleidekrippe" stehen Figuren mit Wachsköpfen und Körpern aus Drahtgestell. Die werden dann mit verschiedenen Stoffen "angezogen". Nur die Tiere in der Krippe sind geschnitzt.

Richard Rosner aus Konnersreuth präsentiert eine heimatliche Krippe. Das Interessante dabei, auf zwei Ebenen hat er drei Ställe aufgebaut. Etwa 50 Figuren bevölkern seine Anlage. Peter Dotzauer zeigt zwei Krippen. In einer sind, passend zum Jubiläum, die Figuren, die er bereits vor 25 Jahren geschnitzt hat. Die andere ist ganz neu aus Zirbenholz. Davor hat er das alte Giebelfenster des sogenannten "Houderer-Hauses", das einst in der Malzgasse stand, platziert. So sieht der Betrachter die Krippe durch das geöffnete Fenster.

Die Anlage von Helmut Härtl aus Mitterteich ist klassisch alpenländisch aufgebaut. Er ist erst seit Februar bei den Schnitzern. Seither hat er sieben Figuren geschnitzt, die darin Platz finden. Gudrun Spachtholz ist eine von zwei Frauen, die bei der Ausstellung dabei sind. Sie zeigt zwei Krippen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.krippenschnitzer.cabanova.com/
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