Junge Leute vermissen Treffpunkt

Der "Fit- und Fun"-Park auf dem ehemaligen "Hufeisen"-Gelände zählt zu den Bereichen, für die per Satzung unter anderem eine Sperrzeit und ein Alkoholverbot eingeführt wurden. Nach einer lebhaften Diskussion zu dem Thema im Internet hat Jugendbeauftragter Reiner Summer zu einer Gesprächsrunde ins "Teedipfl" eingeladen. Bild: lnz
Lokales
Mitterteich
26.05.2015
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Eine längere Diskussion im Internet entbrannte nach der Entscheidung des Mitterteicher Stadtrats, mit Hilfe einer neuen Satzung gegen nächtliche Trinkgelage in öffentlichen Anlagen vorzugehen. Das Resultat ist, dass nun am 5. Juni eine Gesprächsrunde mit Jugendlichen ansteht.

Mehr als 700 Mitglieder haben sich bisher der Facebook-Gruppe "Du weißt, du bist aus Mitterteich und Umgebung, wenn..." angeschlossen. Dort entwickelte sich am Wochenende nach der Verlinkung des Oberpfalznetz-Artikels "Sperrzeiten und Alkoholverbot" (NT-Ausgabe vom 23. Mai) ein lebhafter und zum größten Teil konstruktiver Meinungsaustausch.

"Vollkommen richtig", lautete die erste User-Reaktion auf den Stadtratsbeschluss. Doch von einem jüngeren Mitglied gab es sogleich Widerspruch und Kritik an den neuen Einschränkungen: "Wo will man als Jugendlicher hingehen in Mitterteich?" Weil es keine Disco und keine Kneipe für junge Leute gebe, blieben ja nur Parkanlagen übrig, um sich abends zu treffen. Für etwas übertrieben hielt die Regelungen auch ein älterer User: "Wo sollen sich die Jugendlichen sonst aufhalten? Wir waren alle mal jung und haben uns auch auf solchen Plätzen getroffen."

Flaschen und Schachteln

Die ständige Verschmutzung einiger Bereiche durch Bierflaschen und Pizzaschachteln bemängelte dagegen ein weiterer Diskussionsteilnehmer. "Wäre das im Rahmen geblieben, würde es auch keine Verbote geben", so sein Kommentar zu den Treffen. "Leider ist es immer so, dass solche Verbote auch diejenigen treffen, die sich ordentlich aufgeführt haben", gab eine Userin zu bedenken. Und weiter: "Im Endeffekt ist es aber so, dass es nicht einzusehen ist, dass bestimmte Personen, die Lärm und Dreck verursachen, auf Kosten anderer leben." Im Laufe der Diskussion tauchte der Vorschlag auf, dass sich die jungen Leute ja im "Teedipfl" treffen könnten, das in Kürze wieder eröffnet wird. Daraufhin folgte jedoch aus deren Lager der Hinweis, dass diese Einrichtung wegen ihrer Angebote eher für unter 16-Jährige geeignet sei und man beispielsweise keinen Alkohol trinken könne.

Das wiederum quittierte ein User mit der sarkastischen Bemerkung, dass sich auch eine Garage eignen würde, wenn es "nur ums Saufen" gehe. Das wollte ein Vertreter der jüngeren Generation so nicht stehen lassen: "Wer redet nur vom Saufen?" Gewünscht werde lediglich ein Ort, wo sich Gruppen zum Reden und Musikhören versammeln können - und auch, "um mal eins zu trinken". "Mehr wollen wir nicht!"

Rückendeckung für die jungen Leute gab es immer wieder auch von einigen älteren Diskussionsteilnehmern: "Verurteilt nicht alle Jugendlichen!", lautete etwa ein Appell. Nicht alle seien auf Randale aus. Mehrfach folgten auch Aufrufe, dass die Jugendlichen selbst aktiv werden und Vorschläge machen sollten.

Schließlich schaltete sich der städtische Jugendbeauftragte Reiner Summer ein: "So wie ich das sehe, gibt's hier starke Meinungen auf beiden Seiten, extremen Diskussionsbedarf und viel aufgestaute Energie." Er bot spontan ein Treffen im "Teedipfl" an, wo man sich in gemütlicher Runde persönlich kennenlernen und über alles reden könne. "Ich bin der Meinung, die bisher vorgebrachten Argumente sind eine Fortsetzung wert", betonte Summer.

Auf die Bitte eines Jugendlichen hin, einen solchen Termin nicht zu lange aufzuschieben, schlug Summer vor, gleich am Freitag, 5. Juni, zusammenzukommen, was auf allgemeine Zustimmung traf. Beginn ist um 19 Uhr im "Teedipfl" (Dr.-Karl-Stingl-Straße 19). Auf NT-Nachfrage erklärte Reiner Summer im Nachhinein noch, dass dazu alle interessierten jungen Leute willkommen sind.
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