Klimaneutral angenehme Temperatur

Künftig erinnert ein Schild daran, dass erinnern, dass das Freibad und Eissporthalle mit Biogas-Wärme beheizt werden. Bei der Enthüllung mit dabei waren (von links) Josef Beck, Max Zintl (beide BZ-Energy), Anni Lang (Stadtbauamt), Bürgermeister Roland Grillmeier, Markus Bäuml (Fachverband Biogas e. V.) sowie die Stadträte Karl-Heinz Ernstberger, Josef Schwägerl und Bernhard Thoma. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
12.08.2015
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Dass Biogas nicht nur Strom sondern gleichzeitig auch Wärme klimafreundlich erzeugt, ist noch kaum bekannt. Mitterteich zeigt im Freibad und in der Eissporthalle, dass es funktioniert.

Beide Freizeiteinrichtungen werden mit Biogaswärme von der Biogasanlage BZ-Energy versorgt. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Ein Schild am Freibad-Eingang weist auf die ökologische Energiegewinnung hin. Bürgermeister Roland Grillmeier sprach von einem Vorzeigeprojekt: Sowohl im Winter wie auch im Sommer werde Biogaswärme des benachbarten Unternehmens für die Freizeiteinrichtungen der Stadt genützt - eine nahezu einmalige Konstellation.

Diplom-Ingenieur Markus Bäuml, vom Fachverband Biogas e. V., freute sich, dass Biogaswärme immer mehr in beheizten Freibädern im gesamten Bundesgebiet zum Einsatz kommt. "Biogaswärme sorgt klimaneutral für angenehme Wassertemperaturen", sagte Bäuml. Weiter zeigte sich der Sprecher überzeugt, dass die Energiewende nicht nur bei der Strom- sondern auch bei der Wärmeerzeugung gelingt. "Biogas kann deutlich mehr", warb Bäuml für die Nutzung aus heimischen Betrieben.

Sinnvoller Einsatz

In Deutschland werden bislang rund 50 Freibäder mit Biogaswärme beheizt, wobei die Zahl stark steigend sei. "Biogaswärme kann sinnvoll eingesetzt werden", sagte Bäuml und dankte der Stadt für ihre zukunftsweisende Entscheidung. Als weiteres mögliches Feld für die Einsetzung des Biogases nannte er ihren Einsatz als Kraftstoff bei Fahrzeugen. "Mit dem Einsatz von Biogas werden wir unserer ökologischen Verantwortung bewusst", sagte Bäuml.

Lückenschluss

Der Klimawandel sei da; dessen Folgen für die Gesellschaft noch nicht absehbar. "Wir brauchen für eine funktionierende Energiewende einen Mix aus Sonne und Windkraft. Biogasanlagen können hier einen Lückenschluss vollbringen." Max Zintl (BZ-Energy) unterstrich die Speicherfähigkeit von Biogas - ein deutliche Vorteile gegenüber anderen Energieträgern. Der Unternehmer dankte der Stadt für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Gas und Öl seien für das Verheizen zu schade. Dagegen seien Biogasanlagen nachhaltig und böten Nutzen für beide Seiten. Abschließend betonte Markus Bäuml: "Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt. Wir sind aber auch die letzte Generation, die aktiv dagegen etwas machen kann." Vieles erhofft sich Bäuml vom Klimagipfel im Dezember in Paris. Seine Glückwünsche galten abschließend der Stadt Mitterteich für eine vorausschauende Energiepolitik. Anlässlich der Enthüllung des Biogaswärme-Schildes spendierte der Fachverband Biogas allen anwesenden Kindern im Freibad ein Eis.
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