Lieber verschenken als verkaufen

Der Kreisverband des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter hat jetzt symbolisch Milch an die "Mitterteicher Tafel" verschenkt. Mit dabei waren (von links) Alois Riedl mit Tochter Paula, Christina Kunz, Josef Mark, Tafel-Leiterin Anni Riedl, stellvertretender Tafel-Vorsitzender Karl Haberkorn, Tafel-Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl und BDM-Vorsitzender Matthias Zahn mit Sohn Max. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
26.08.2015
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Die Bauern sind sauer wie die sprichwörtliche Milch. Der Preis für ihr Produkt ist im Keller. Da greifen die Landwirte schon mal zu ungewöhnlichen Methoden. Die Tafel-Bezieher freut's.

Mit extrem niedrigen Milchpreisen kämpfen derzeit die Landwirte. "Aktuell werden 26 Cent pro Liter bezahlt, viel zu wenig, um existieren zu können", sagte Matthias Zahn, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter im Landkreis Tirschenreuth.

Jetzt verschenkten die Milchbauern symbolisch ihre Produktion an die Mitterteicher Tafel. Matthias Zahn machte erneut deutlich: "Wir verschenken quasi jeden Tag unsere Milch. Deshalb haben wir uns entschlossen, heute für einen guten Zweck unsere Milch an die Mitterteicher Tafel zu verschenken, damit wenigstens Menschen in den Genuss kommen, denen es noch schlechter geht." BDM-Vorstandsmitglied Christina Kunz wurde noch deutlicher: "Für das Geld, für das wir derzeit unsere Milch verkaufen, können wir sie auch gleich verschenken."

Und so durfte sich die Tafel nicht nur über Milch freuen, sondern auch Käse, Joghurt und vieles andere mehr. "So kann es nicht mehr weitergehen", sah Zahn das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Tafel-Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl, ihr Stellvertreter Karl Haberkorn und Tafel-Leiterin Anni Riedl dankten den Milchbauern für ihre Geste und versicherten ihnen ihre Solidarität. Freilich seien da auch die Verbraucher gefordert.

"Wenn Bauern gute Preise erzielen, bleibt das Geld in der Region beim Landhandel, bei den Bauunternehmen und in den regionalen Geschäften." Wegen der sinkenden Milchpreise prognostizierte Matthias Zahn einen Verlust von Kaufkraft alleine für den Landkreis Tirschenreuth in Höhe von 17,5 Millionen Euro. Aus diesem Grund wird sich der Kreisverband an der Sternfahrt nach München beteiligen, die am Freitag in Kleinsterz einen Zwischenstopp einlegen wird.

Treffen dazu ist am Freitag, 28. August, um 15.30 Uhr im Gemeinschaftshaus in Kleinsterz. Zu dem Gespräch hat auch Landrat Wolfgang Lippert sein Kommen zugesagt hat. Am Abend findet dann um 20 Uhr ein Diskussionsabend im Gemeinschaftshaus in Kleinsterz statt, zu dem sich mit Bundesvorsitzenden Romuald Schaber ein hochkarätiger Gast angekündigt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Bauern diese dritte Milchkrise nach 2009 und 2012 meisten können.
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