Maschinen statt Muskeln

Maibaumaufstellen mit Maschinen ist in Mitterteich seit sechs Jahren Standard. Aber was spricht in modernen Zeiten gegen moderne Methoden. Heutzutage ist Effektivität gefragt, auch beim Brauchtum. Neben dem traditionellen Platz am Anger wurden auch in den Ortsteilen Großensterz, Kleinsterz, Großbüchlberg, Kleinbüchlberg, Pechofen, Pleußen und Oberteich aufgestellt. Bild: Grüner
Lokales
Mitterteich
02.05.2015
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Ab 1970 hievten die starken Männer der Angerergemeinde 40 Jahre lang den Maibaum in der Malzgasse per Muskelkraft und Schwalben in die Höhe. Die Recken von damals fehlen heute genauso, wie die Jugend von heute. Vor sechs Jahren brach deshalb auch in Mitterteich die Ära "Maibaum 2.0" an, hat der städtische Bauhof hat das Maibaumaufstellen übernommen. Bagger und Lader heißt jetzt die Devise. Damit geht das Aufstellen des Riesen in Windeseile vonstatten.

Sechs Mann waren heuer für den Einsatz abgestellt und Michael Lindner von der Baufirma Schaumberger bediente den schweren Bagger. Die Zunftzeichen wurden per Feuerwehrdrehleiter an Ort und Stelle angebracht. Für das Aufstellen des Maibaumes brauchte das eingespielte Team nicht einmal eine halbe Stunde. Die 21 Meter hohe Fichte wurde erst am Donnerstag Vormittag im Staatswald in der Nähe des Raumberghofs abgeholt. Ein guter Schachzug, denn so kann eigentlich niemand den Maibaum klauen. Im Bauhof wurde er geschmückt und die fünf Meter lange Spitze angebracht.

Mit Wehmut beobachteten die Ehemaligen die schnelle Prozedur. Bis der Baum gerade in seiner Halterung stand, waren gerade mal zehn Minuten vergangen. Der Stimmung tat das moderne Aufstellen keinen Abbruch. Schnell waren die Biertischgarnituren mit Schaulustigen besetzt. Zoigl und Bratwürste waren reichlich vorhanden. Die Stadtkapelle lieferte die passende Musik. Wem es am Abend zu kalt war, feierte einfach im Bauerhaus weiter.
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