"Mauer in Köpfen durchbrechen"

Der Vortrag von Karin Doberer stieß nicht nur bei Bürgermeister Roland Grillmeier, Rektorin Renate Zuber und Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß (von rechts) auf großes Interesse. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
30.12.2014
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"Der Raum als dritter Pädagoge - die Gestaltung von Lernräumen hat Auswirkungen auf das Lernverhalten der Schüler." Über diese und weitere Erkenntnisse klärte Unternehmensberaterin Karin Doberer im Zusammenhang mit dem Umbau der Mitterteicher Grundschule auf.

Rektorin Renate Zuber betonte zu Beginn der Infoveranstaltung, dass das Projekt bald starten werde. Daher seien gründliche Vorüberlegungen notwendig, um den zukünftigen Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. "Bei der Planung müssen neue pädagogische und wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden. Wir alle wollen eine bessere Lehr- und Lernvoraussetzung schaffen."

Gerade bei der Neukonzeptionierung von Räumen lasse sich viel Positives erreichen. "Neues Lernen braucht neue Räume." Nach der Generalsanierung sollten Räume zum individuellen und auch zum gemeinsamen Lernen zur Verfügung stehen. "Durch geschickte Raumlösungen und die Gestaltung von Lernlandschaften ist das möglich."

Spaß am Lernen

Karin Doberer von der Agentur mit dem Namen "Lernlandschaft" formulierte ein klares Ziel: "Wir wollen die Schule pädagogisch nach vorne bringen." Sie zeigte Bilder von Schulen, wo neue Lernlandschaften für Spaß am Lernen sorgten. "Eine Einrichtung wie von anno dazumal macht heute den Schülern keinen Spaß mehr. Wer es ernst meint mit einer neuen Schullandschaft, braucht unterschiedliche Plätze für die Schule und zum Lernen."

Die Referentin sprach von einer "pädagogischen Architektur", die Lern- und Teamkultur fördere. "Begeisterung und Arbeitsfreude, eigenmotiviertes Lernen und gutes Teamwork sollen die Schüler unterstützen." Karin Doberer weiter: "Lernkompetenz kann nur gelingen, wenn der Unterricht in einem Klima von chancengerechter Förderung und individueller Wertschätzung, Teamgeist und optimal konzipierten Raumbedingungen stattfindet." Es sei wichtig, das bisherige Verständnis von Lehren und Lernen in Frage zu stellen und ein neues Konzept zu realisieren. "Bildungserfolg bei Kindern gibt es nur dann, wenn wir uns den Kindern anpassen und nicht umgekehrt. Bevor wir Wände in den Gebäuden einreißen, müssen wir erst so manche Mauer in unseren Köpfen durchbrechen." Natürlich mache eine gute Architektur noch keine gute Schule - Architektur setze einen Rahmen, könne aber keine pädagogischen Inhalte und kein schulisches Konzept ersetzen.

Bessere Bedingungen

Karin Doberer sprach sich für maßgeschneiderte Lösungen an den Schulen aus. "Bildung ist die Verteilung von Lebenschancen und dafür braucht es Voraussetzungen." Für das anstehende Projekt bot Doberer ihre Unterstützung an. "Wir möchten gemeinsam mit ihnen bessere Rahmenbedingungen für die Bildungs-, Arbeits- und Teamentwicklungsprozesse schaffen."

Zentraler Marktplatz

Von elementarer Wichtigkeit ist laut Doberer eine Art Marktplatz als Herzstück einer Bildungseinrichtung. Ein solcher zentraler Ort lasse sich mit wenigen baulichen Veränderungen in nahezu jeder Schule schnell schaffen. "Dort in der gemeinsamen Mitte sollen Dinge möglich sein, die in einem Klassenzimmer nicht möglich sind." Nicht zuletzt wies Doberer darauf hin, dass Kinder, die in einer neuen Lernlandschaft unterrichtet würden, weniger aggressiv seien.
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