Mühlen klappern längst nicht mehr

Lokales
Mitterteich
24.12.2014
15
0

Das Interesse von Oliver Lipfert an den Mühlen im Seibertsbachtal kommt nicht von ungefähr. Viele seiner Ahnen übten den Beruf des Müllers aus.

Bei der Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz (GFO) stellte Lipfert im Josefsheim seine brandneue Veröffentlichung vor. Kreisvorsitzende Monika Beer-Helm freute sich über viele Besucher, die sich über die sechs Mühlen informieren wollten.

Dazu gehören neben der Groschlattengrüner und Pechbrunner Mühle die drei Mitterteicher Mühlen Obermühle, Mattlmühle, Untermühle sowie die Kriegermühle. Wenn man heute den Seibertsbach entlang wandert, wird schnell klar, dass die ehemaligen Mühlen nicht mehr existieren. Manchmal ist ihr ursprünglicher Zweck noch erkennbar, doch da sich der Betrieb nicht mehr rentierte, finden sich auch Ruinen oder Wüstungen. Seit 20 Jahren erkundet der aktive Familienforscher Oliver Lipfert das Leben seiner Ahnen, unter denen sich ziemlich viele Müller befanden. Deshalb reifte in ihm das Vorhaben, ein Mühlenverzeichnis für das Stiftland zu erstellen. Wegen der großen Anzahl ist das für einen Forscher allein nicht zu bewältigen, deshalb überließen ihm die Vereinskollegen der GFO ihre zusammengetragenen Daten. Oliver Lippert erstellte damit einen geschichtlichen Überblick und die Besitzerfolge jeder der sechs Mühlen. Einige Nachfahren der einstigen Mühlenbesitzer gaben gerne Auskunft und stellten historische Fotos zur Verfügung.

Bürgermeister Roland Grillmeier bedankte sich für die akribische Arbeit beim Autor. Das Mühlenheft ist in der Stadtkasse im Mitterteicher Rathaus zu erwerben. Das Nachschlagewerk biete ein wichtiges Stück Heimatgeschichte.

Auch spätere Generationen könne nun nachvollziehen, wo die Mühlen wann in Betrieb waren und welche Eigentümer sie hatten. Außerdem lässt sich eine intensive Verflechtung erkennen, was damit zu tun hat, das der Müller bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts als "unehrlicher" Beruf galt. Deshalb heirateten die Müllerfamilien oft untereinander, verkauften oder verpachteten sich die Mühlen gegenseitig.

Für die historisch korrekte Aufzeichnung dieser Zusammenhänge dankte Vorsitzende Monika Beer-Helm ebenso wie allen, die Oliver Lipfert Daten oder Bilder zur Verfügung gestellt haben. Sie wünschte sich abschließend die Erweiterung dieser Mühlenforschungen auf andere Flusstäler im Stiftland.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.