Offensive gegen Leerstände

Die neue Stadtentwicklungsgesellschaft Mitterteich wird versuchen, leerstehende Bauten wie etwa das ehemalige Postgebäude (Bild) in der Martin-Zehendner-Straße mit neuem Leben zu füllen. Bild: lnz
Lokales
Mitterteich
11.06.2015
23
0

Immer mehr Häuser in den Innenstädten der Region stehen dauerhaft leer, zu gering ist das Interesse von privaten Investoren. Um effektiver gegen derartige Probleme vorgehen zu können, hat die Stadt Mitterteich mit der Kewog eine Entwicklungsgesellschaft ins Leben gerufen.

Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Mitterteich GmbH & Co. KG gegründet. Komplementärin und damit persönlich haftende Gesellschafterin ist die Kewog Verwaltungsgesellschaft mbH (Tirschenreuth). Ihr obliegen auch Geschäftsführung und Vertretung. Kommanditist ist die Stadt Mitterteich.

Ziel ist die Verbesserung der Immobiliensituation durch Revitalisierung von leerstehenden Gebäuden, Belebung von städtebaulichen Missständen und Schaffung von Wohnraum. Die Gesellschaft kann Gebäude aller Art erwerben, bewirtschaften, veräußern oder abreißen.

Keine Konkurrenz

"Sie soll dort ansetzen, wo Private nicht eingreifen", erklärte Bürgermeister Roland Grillmeier und verwies auf monatelange Gespräche zur Vorbereitung der Gesellschaft. Handlungsbedarf bestehe etwa beim ehemaligen Postgebäude in der Martin-Zehendner-Straße und bei vier Wohnblöcken in der Zanklgartenstraße. Keinesfalls werde die Stadtentwicklungsgesellschaft mit privaten Firmen konkurrieren. Das Projekt solle der Stadt unterm Strich kein Geld kosten, man habe aber auch keinen Profit im Auge. "Ziel ist eine schwarze Null", betonte Grillmeier.

Rechtsanwalt Michael Schunke ging unterstützt von Carsten Seebauer von der Kewog ausführlich auf den Gesellschaftsvertrag ein, der zuvor von der Rechtsaufsicht des Landratsamtes geprüft worden war. Gut eine Stunde lang stellte Schunke eingearbeitete Änderungen vor und beantwortete Fragen. Eine kurze Diskussion gab es unter anderem zur Besetzung des Aufsichtsrates. Hier waren vier Mitglieder vorgesehen: der Bürgermeister und jeweils ein Vertreter der drei Stadtratsfraktionen. CSU-Sprecher Josef Schwägerl plädierte jedoch dafür, die Mehrheitsverhältnisse im Gremium zu berücksichtigen und schlug eine Vergrößerung des Aufsichtsrates um ein weiteres CSU-Mitglied vor.

SPD-Sprecher Johann Brandl erwiderte, dass alle Fraktionen in der Bioenergie-Gesellschaft der Stadt auch nur jeweils einen Sitz hätten. Bürgermeister Grillmeier warf ein, dass deren Aufgabenbereiche nicht mit denen der Stadtentwicklungsgesellschaft vergleichbar seien. Nun soll der Aufsichtsrat aus Bürgermeister, drei CSU-Räten, zwei SPD-Räten und einem Mitglied der Freie-Wähler-Fraktion bestehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.