Prosit Hirschau und Mitterteich

Lokales
Mitterteich
08.10.2014
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Im Freistaat werden viele Traditionen gepflegt. Zum Beispiel die kühle Maß an einem heißen Sommertag im Biergarten. Im Glaskrug wird heute der edle Gerstensaft serviert. Mit der Geschichte Hirschauer und Mitterteicher Bierkrüge befasst sich eine Sonderausstellung im Museum.

"Historische Bierkrüge aus Hirschau und Mitterteich" heißt die Präsentation, bei der im Museum für Porzellan, Glas und Handwerk etwa 260 Bierkrüge aus dem Ort am Fuße des Monte Kaolino und aus der Porzellinerstadt gezeigt werden. Die ältesten sind über 100 Jahre alt.

Viele Leihgeber

Die Ausstellung findet anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Kommunbrauhaus" statt. Als Leihgeber konnte das Museumsteam Pfarrer Klaus Haußmann (Ammerthal), Michael Popp (Nürnberg), Dieter Hoffmann (Hirschau), den Festspielverein Hirschau sowie Mitterteicher Privatsammler gewinnen.

Michael Popp hat eine 34-seitige Broschüre herausgegeben, zu deren hervorragendem Gelingen auch Pfarrer Haußmann beigetragen hat. Darin sind die Ausstellungsobjekte abgebildet und akribisch beschrieben. Im Vorwort führt Popp aus, dass viele Bierkrüge der Hirschauer Steingutfabriken die Aufschrift "Zur Erinnerung" tragen. Die Widmungen "Zum Andenken" oder "Gruß aus ..." meinten im Prinzip das gleiche. Bierkrüge erfüllten demnach nicht nur den Zweck als Trinkgefäße, sondern übernehmen auch eine symbolische Funktion als Erinnerungsstück an einen Freund, einen Städtebesuch oder an ein Ereignis.

So gesehen stehe der Titel der Broschüre "Zur Erinnerung" als heimliches Motto darüber. Mit Broschüre ist das Werk unzulänglich bezeichnet: Schon beim ersten Durchblättern fällt auf, dass hier profunde Kenner am Werk waren und nicht nur ein paar schöne Abbildungen und Allgemeines aneinandergereiht haben. Das Geheft erinnert eher an ein Standardwerk zum Thema - ist vielleicht sogar eines. Wer die Ausstellung vertiefen will, kommt darum nicht umhin. Bierkrüge aus Hirschau von 1826 bis 1956 sind beschrieben und man findet Erstaunliches darin.

Breite Palette

Da gibt es konische Bierkrüge mit gerillten Fassreifen, marmorierte Bierkrüge, die durchaus künstlerisch anmuten oder die bereits erwähnten Krüge mit den Stadtgrüßen.

Eine breite Palette bietet die Ausstellung dem Museumsbesuchern, der diesmal viel Zeit mitbringen sollte, will er sich auf die durchaus spannende Geschichte der bayerischen Traditionstrinkgefäße einlassen. Die Hirschauer Bierkrüge lassen sich in die Kategorien Trink-, Bring- und Kinderkrüge einteilen. Trinkkrüge wurden für den täglichen Gebrauch zu Hause oder im Wirtshaus angefertigt. Wie erwähnt konnten sie aber auch Erinnerungsstücke "Zum Andenken" oder wertvolle Jubiläumsgeschenke sein.

Krüge für Kinder

Mit Bring- oder Holkrügen wurde das Bier vom Fass aus der Gastwirtschaft oder der Brauerei nach Hause transportiert. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das in vielen Haushalten üblich. Kinderkrüge hatten ein Fassungsvermögen von einem viertel oder achtel Liter. Sie wurden Kindern zur Belohnung, zur Erstkommunion oder zum Geburtstag geschenkt.

Aus der Brauerei Hösl

Neben der umfangreichen Präsentation zeigt das Museum historische Krüge aus Mitterteich. Da findet sich ein Bierkrug von Simon Wiendl in der Vitrine neben dem zum 90. Geburtstag der Feuerwehr oder über 100 Jahre alte Krüge der Brauerei Hösl.
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