Region braucht klares Profil

Mit dem CSU-Kreisvorstand diskutierte der neue IHK-Geschäftsführer Florian Rieder (Mitte). Kreisvorsitzender MdL Tobias Reiß (rechts) und stellvertretender Kreisvorsitzender Roland Grillmeier bedankten sich mit einem Geschenk. Bild: mez
Lokales
Mitterteich
17.10.2015
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Herausforderungen und Chancen der Region aus Sicht der Wirtschaft und Begriffe wie "Intralogistik" und "Industrie 4.0" standen jetzt im Mittelpunkt einer Diskussion im CSU-Kreisvorstand. Ein Impulsreferat steuerte dazu Florian Rieder bei, neuer Geschäftsführer des IHK-Gremiums Weiden.

Eingangs gab der Referent einen Überblick über seinen IHK-Gremiumsbezirk, der neben Weiden auch die beiden Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth abdeckt. Das Gebiet umfasst rund 211 000 Einwohner, wobei rund 75 000 davon in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Darunter fallen laut Rieder rund 2300 Ausbildungsverhältnisse.

Über zwei Drittel der Bruttowertschöpfung würden durch die beiden Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN erwirtschaftet, so der Referent. Der Landkreis Tirschenreuth weise dabei einen hohen Anteil im produzierenden Gewerbe auf, wogegen der Dienstleistungssektor deutlich abfalle. "Beschäftigt man sich mit der Struktur des Wirtschaftslebens in der Region, so gilt es zu beachten, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geografisch nicht gleichmäßig verteilt ist", so Rieder. Das Klischee des generell strukturschwachen ländlichen Raumes greife hier nicht. Die zentrale ökonomische Herausforderung bleibe der demografische Wandel. Dabei gelte es aber, die Prognosen auch als solche zu verstehen und nicht als unverrückbare Wahrheit hinzunehmen. Der zum Teil hohe und diversifizierte Besatz mit produzierendem Gewerbe sei demgegenüber klar eine Stärke der Region, betonte Rieder.

Der Trend zum höheren Schulabschluss und zur Hochschule dürfe nicht den hohen Stellenwert der beruflichen Bildung vergessen machen, die "Karriere mit Lehre" bleibe gerade im ländlichen Raum ein vielversprechender Lebensweg. Dem Fachkräftemangel müsse auf zahlreichen Ebenen und mit vielerlei Maßnahmen begegnet werden, so Rieder. "Wer dies jetzt als Chance und nicht ständig als Nachteil auslegt, ist sicher auf dem richtigen Weg", pflichtete CSU-Kreisvorsitzender MdL Tobias Reiß dem IHK-Geschäftsführer bei.

Die Nordoberpfalz müsse sich laut Rieder zudem mit einer klaren wirtschaftlichen Profilbildung beschäftigen. "Durch einen regionalen und überparteilichen Schulterschluss mit einer klaren Positionierung zu einer Schlüsselbranche kann ein klares Ziel auch für unsere Region definiert werden", zeigte sich Florian Rieder überzeugt. "Megathemen der Zukunft" würden die Digitalisierung mit den Stichworten "Intra-Logistik" und "Industrie 4.0". Aber auch Themen wie E-Commerce und E-Business sind nicht zuletzt dank der OTH Amberg-Weiden und der EDV-Schulen in Wiesau, welche überregional einen hervorragenden Ruf genieße, von großem Interesse.

Anschließend diskutierten die Anwesenden über die wirtschaftliche Dimension der Flüchtlingsthematik. Als weiterer Aspekt einer Zukunftsregion wurde die intakte Infrastruktur herausgestellt. So sollte heutzutage das schnelle Internet ebenso selbstverständlich sein wie eine intakte Wasser- oder Stromversorgung.
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