Sauberes Wasser ohne Chemie

Interessierte Blicke in die Rest-Entsäuerungsanlage: Durch die Zufuhr von Sauerstoff wird hier der ideale pH-Wert des Trinkwassers eingestellt.
Lokales
Mitterteich
29.10.2014
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Die neue 2,1 Millionen Euro teure Aufbereitungsanlage in Zirkenreuth ist das Herzstück der Mitterteicher Wasserversorgung. Auf ihrer "Kirwa-Tour" nahmen die Stadträte das Gebäude genauer unter die Lupe und staunten über die moderne Ausstattung und die hochtechnisierten Betriebsabläufe.

"Ohne dieses Haus könnten wir die Stadt nicht mehr mit Wasser versorgen", sagte Bürgermeister Roland Grillmeier eingangs über die Anlage, die nun seit wenigen Tagen am Netz ist. Um den hohen Anforderungen an derartige Einrichtungen gerecht zu werden, sei es notwendig gewesen, auf eine hochwertige Technik zu setzen.

Diplom-Ingenieur Thomas Grillmeier vom technischen Bauamt der Stadt informierte über den mehrwöchigen Probebetrieb und berichtete, dass jetzt nur noch kleinere Maßnahmen wie etwa Malerarbeiten sowie die Fertigstellung des Außenbereichs anstünden. Der letzte große Schritt im Umfeld sei der Abbruch der bisherigen Aufbereitungsanlage, die im Jahr 1937 entstanden und immer wieder modernisiert worden war. "Wir haben dort alles abgebaut, was wir noch brauchen können."

Im Anschluss ging es ins Innere des neuen Gebäudes, wo Thomas Grillmeier und Wasserwart Karl Gleißner die Stadtratsmitglieder in zwei Gruppen aufgeteilt von Station zu Station führten und die einzelnen Schritte der Wasseraufbereitung ausführlich erläuterten.

So erfuhren die Besucher, dass das Quellwasser zunächst in eine Rohwasserkammer fließt, die auf der untersten Ebene zu finden ist. Von dort aus wird das Wasser nach oben in zwei große Filterkessel gepumpt. Die darin installierten Grobfilter dienen zum Entfernen größerer Partikel. Kleinste Partikelchen bleiben danach bei der Ultra-Filtration hängen. Thomas Grillmeier erklärte bildhaft, wie es in diesen Rohren aussieht: "Man muss sich das wie eine Ansammlung von 5000 bis 6000 Strohhalmen vorstellen." Darin blieben unerwünschte Stoffe stecken.

Sauerstoff-Zufuhr

Im nächsten Schritt wird das Wasser ins Dachgeschoss gepumpt, wo die Rest-Entsäuerungsanlage untergebracht ist. Das Einblasen von Sauerstoff ermöglicht hier die Einstellung des optimalen pH-Werts.

UV-Licht gegen Keime

Danach fließt das Wasser hinab in die Reinwasserkammern und passiert vor dem Verlassen des Gebäudes die UV-Anlage. Durch die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht erfolgt hier die Desinfektion des Trinkwassers, also das Abtöten von Bakterien und Keimen. Grillmeier betonte, dass im Normalfall keine Chemikalien mehr zur Behandlung des Trinkwassers verwendet werden müssen. Lediglich zur Spülung der Anlage seien Reinigungsmittel erforderlich.

Die offizielle Einweihung der Aufbereitungsanlage ist unverändert für Mai 2015 geplant. Dann sollen bei einem Tag der offenen Tür auch die Bürger die Möglichkeit bekommen, das Gebäude zu besichtigen.
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