Schmuck für Kirchen und Klöster

Bei den Besuchern der Vernissage stießen die ausgestellten Klosterarbeiten auf große Bewunderung. Bild: jr
Lokales
Mitterteich
24.11.2015
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Klosterarbeiten aller Art haben die Pechofener Astrid Bauer und Hans Lindner über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen. Bis Ende Januar zeigen sie nun rund 200 Exponate im Mitterteicher Museum.

Wie Astrid Bauer zu ihrem Hobby kam, erzählte sie zu Beginn der Ausstellungseröffnung. In mühevoller Handarbeit erstellt sie zumeist Nachbildungen von sakralen Gegenständen - in der Öffentlichkeit ist sie damit bislang kaum in Erscheinung getreten. Bei einer Familienfeier sei Bürgermeister Roland Grillmeier darauf aufmerksam geworden und habe sofort vorgeschlagen, die Kunstwerke im Museum auszustellen. Allerdings sei dazu etwas Überredungskunst nötig gewesen. Einige der ausgestellten Arbeiten können übrigens auch erworben werden, wie sie abschließend mitteilte.

Hans Lindner ging auf die Geschichte von Klosterarbeiten ein, die überwiegend von Schwestern gefertigt worden seien. Einer der bekanntesten Männer in diesem Bereich sei Frater Adalbert Eder gewesen. Von ihm stammen viele Klosterarbeiten in der Basilika und im Kloster Waldsassen. Unter anderem hat er den Grabschmuck der "Heiligen Leiber" in der Basilika angefertigt.

Mühevolle Kleinarbeit

In einer der zahlreichen Museums-Vitrinen findet sich ein Klosterspiegel, ausgestattet mit einer aufwendigen Golddrahtarbeit. Dieser sei auch zweckentfremdet worden, wie Lindner berichtete. Klosterfrauen dürften eigentlich keinen Spiegel benutzen - und deshalb habe sich so manche vor dem Klosterspiegel - auch Nonnenspiegel genannt - zurecht gemacht. Hans Lindner erläuterte, dass zur Herstellung ein mit Silber- oder Golddraht durchwebter Stoff verwendet worden sei. Die eigentliche Kunst sei die mühevoll verrichtete Kleinarbeit mit dem Golddraht. Der Schwierigkeitsgrad lasse sich erkennen, wenn man eine Lupe ansetzt. Bei den "Rubinen" und "Diamanten" handele es sich aber zumeist nur um geschliffene Glasperlen.

Abschließend informierte Lindner, dass diese Kunstwerke vor allem als Altarschmuck gedacht gewesen seien. In der Basilika Waldsassen ließen sich ganz besondere Kunstwerke entdecken. Zudem seien diese Klosterarbeiten oft an Primizianten oder bei Priester-Jubiläen verschenkt worden. "Leider wurden vieler dieser Kunstwerke zur Zeit der Säkularisation in Kirchen und Klöstern zerstört."

Bis 31. Januar

Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier sprach von einer erneut gelungenen Ausstellung und dankte im Namen der Stadt. Er würdigte Astrid Bauer und Hans Lindner für die Bereitschaft, diese Kunstform der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Als kleines Dankeschön überreichte er den beiden Ausstellern den neuen Oberpfalzkalender. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten bis zum 31. Januar zu sehen.
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