Stiftländer Tracht neu entdecken

Beim Festakt mit dabei waren die Mitglieder des Stiftländer Heimatvereins, mit Bürgermeister Roland Grillmeier (rechts) und dem früheren Bürgermeister und Landrat Karl Haberkorn (Mitte). Bild: jr
Lokales
Mitterteich
17.08.2015
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Dort wo die Anfänge des Ortes liegen, steht seit 80 Jahren der Heimatbrunnen. Der besondere Geburtstag wurde mit einem Festakt gewürdigt. Dass er hier aufgestellt wurde, ist dem Stiftländer Heimatverein zu verdanken.

Für eine aktive Mitgliedschaft im Stiftländer Heimatverein warb einmal mehr Bürgermeister Roland Grillmeier. "Wir sollten den Stadtrat mit der schönen Tracht einkleiden, aber nur wenn wir uns das auch leisten können". Ebenso wie sein Vorgänger Karl Haberkorn war er am Freitagabend in Stiftländer Tracht zum Festakt am Johannisplatz gekommen.

Der Feier ging ein Festzug vom Anger zum Brunnen voraus, angeführt von der Stadtkapelle Mitterteich und den Mitgliedern des Stiftländer Heimatvereins mit Fahnenträger Hans Stingl. Am Brunnen warteten bereits viele Einheimische und Gäste. Bürgermeister Roland Grillmeier dankte in seiner kurzen Rede dem Stiftländer Heimatverein für dessen Arbeit. Auf seine Initiative sei die Entstehung des Brunnens zurückzuführen. Ausdrücklich bat er darum, den Verein zu unterstützen und am Leben zu erhalten. "Wer Interesse an dieser Brauchtums- und Vereinsarbeit hat soll sich bitte melden", sagte er. Den Heimatbrunnen bezeichnete er als ein Wahrzeichen der Stadt.

Engagierte Bürger

"Brunnen und Wasser haben seit jeher eine enge Beziehung. Sie bedeuten Ursprung, Tradition und Brauchtum." Nicht ohne Grund stehe der Brunnen in einem der ältesten Teile der Stadt. Ausdrücklich dankte Grillmeier den engagierten und aktiven Bürgern, die in den vergangenen Jahrzehnten den Wasserspender erhalten haben. Ein kurzes Gedenken galt den Erbauern und Gründern, die eng mit der Familie Löffelmann in Verbindung stehen. Ehrengast am Freitag war Adelgunde Steiner, die Tochter von Simon Löffelmann, dessen Geschwister Guido und Lisbeth einst Modell für die beiden Figuren am Brunnen standen. Adelgunde Steiner lebt heute in Innsbruck. Ihre Schwester Lisbeth Welzel, geborene Löffelmann, lebt in München.

Bürgermeister Roland Grillmeier wünschte sich abschließend, dass der Verein und die Tracht eine Renaissance erlebten. Dank galt noch dem Mitterteicher Original Willi Schneider, der den Heimatbrunnen alljährlich am Ostersonntag mit seinen "Oierhiartn" belebt. "Möge der Brunnen uns noch viele Jahrzehnte erfreuen und Sinnbild für Brauchtum und Tradition sein".

Ein Wahrzeichen

Die Geschichte Revue passieren ließ Erhard Sommer (Arbeitskreis Heimatpflege). Er betonte, dass der Brunnen zwar 1934 errichtet, aber erst am 30. Juni 1935 enthüllt wurde. "Unser Mitterteich feierte damals 800-Jahrfeier, in deren Rahmen der Festakt stattfand". Sommer verwies auf den "Neuen Tag", wo über die Geschichte des Heimatbrunnens berichtet wurde. "Heute ist der Brunnen ein Wahrzeichen unserer Stadt. Wir sind den damaligen Akteuren zu großem Dank verpflichtet. Dank gilt dem Stiftländer Heimatverein, der seit vielen Jahrzehnten und noch heute ein Sinnbild des Brunnens ist.

Ja unser Heimatbrunnen ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, der uns alle stolz macht." Aktuell, so Sommer, steht der Brunnen einmal im Jahr ganz besonders im Mittelpunkt, wenn der Burschenverein mit den Kindergärten der Stadt dem Brunnen zu Ostern eine Krone aufsetzt. Immer ein Erlebnis das "Oierhertn", wenn es von Willi Schneider zelebriert wird.

Brau- und Marktrecht

Der Bürgermeister dankte Adelgunde Steiner für den Besuch mit einer Vase der Stadt Mitterteich. Mit bewegenden Worten erinnerte sie an ihren Vater, der einst den Brunnen konzipiert hatte, sowie an ihre Geschwister, die Modell standen.

Grillmeier sagte, "im kommenden Jahr feiert die Stadt 500 Jahre Braurecht und 500 Jahre Verleihung der Marktrechte. Wir haben schon viele Ideen, wie wir dies feiern" und lud bereits jetzt dazu ein. Mit einem Standkonzert der Stadtkapelle und der anschließenden Feier bei Zoigl Lugert endete der Festtag.
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