Vortrag zum Thema "Frühförderung Sehen"
Hilfe schon für die Kleinsten

Wegen des großen Andrangs ist kurzfristig das Feuerwehrgerätehaus als Veranstaltungsort gewählt worden: Ernst Würdinger (rechts) informierte Vertreterinnen von Kinderbetreuungseinrichtungen im Landkreis Tirschenreuth über die "Frühförderung Sehen". Bild: si
Lokales
Mitterteich
05.05.2015
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Auf großes Interesse stieß der vom Kinderhaus der Stadt Mitterteich organisierte Vortrag über die "Frühförderung Sehen - Sehauffälligkeiten früh erkennen". Rund 100 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen aus dem Landkreis informierten sich über das Thema. Als Referenten hatten Kinderhaus-Leiterin Evi Reichl und ihr Team Ernst Würdinger gewonnen. Er ist Leiter des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte (BBS) in Regensburg.

Je früher umso besser

Wegen des großen Zulaufs musste der Abend kurzfristig ins Feuerwehrgerätehaus verlegt werden. Ernst Würdinger ging in seinem Vortrag intensiv auf das Thema Sehen ein. "Wir fördern Sehbehinderte, Blinde und visuell Eingeschränkte." 80 Prozent der Wahrnehmung funktioniere über das Sehen. Die Frühförderung biete Kindern mit Sehauffälligkeiten, Sehbehinderungen, Blindheit oder einer Hör-Sehbehinderungen Hilfe an. Dabei richte sich das Angebot schon an die Kleinsten ab Geburt und ist für Kinder bis zum Schuleintritt möglich. "Je früher ein Kind fachkundige Förderung erhält, umso besser kann es seine Fähigkeiten im Bereich Sehen entfalten."

Besonders interessant für die Zuhörer war, wie man Auffälligkeiten des Auges erkennen kann. Tränende und gerötete Augen, auffällig kleine Augen, auffallend große Augen mit gleichzeitiger Lichtscheu, getrübte oder vernarbte Hornhaut, weißlich schimmernde Pupillen, Schielen oder Augenzittern seien Anzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Kein "Fremdeln"

Als Auffälligkeiten im Verhalten bei Babys nannte Würdinger unter anderem wenn ein Baby bei Lichteinfall nicht blinzelt, auffallend lichtscheu ist, häufig an den Augen reibt, drückt oder bohrt, mit den Fingern vor den Augen spielt oder wedelt oder Personen und Gegenstände nur dann mit dem Blick verfolgt, wenn sie mit Geräuschen verbunden sind. Auch ein Vorbeigreifen bei Gegenständen oder kein "Fremdeln", da keine Unterscheidung von bekannten und fremden Gesichtern vorhanden ist, können Anzeichen für eine Auffälligkeit bei Sehen sein.

Bei Kindern im Vorschulalter seien zum Beispiel häufige Kopfschmerzen, eine Kopfzwanghaltung beim genauen Hinsehen oder das auffallend nahe halten von Gegenständen vor das Auge ein Hinweis sein. Auch wenn das Kind wenig Interesse an Bilderbüchern und Puzzles zeigt, beim Malen und Schneiden die Linien nicht einhalten kann oder nur eine gerinne Ausdauer bei visuellen Aufgaben sind Anzeichen für eine Auffälligkeit der Augen.

Das Beratungs- und Förderangebot bei dem Verdacht auf eine Sehbeeinträchtigung basiere auf einem offenen Beratungsangebot mit Diagnostik der visuellen Wahrnehmung. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis der Eltern, nach Möglichkeit ein augenmedizinischer Befund und die Bereitschaft der Eltern zu einer Besprechung der Untersuchungsergebnisse. Die Frühförderung wolle "... den Grundstein für ein möglichst selbstständiges Leben zu legen", sagte Würdinger. Für Kinder mit Sehproblemen sollten bestmögliche Bedingungen geschaffen werden. Spiel und Spaß stünden dabei im Vordergrund.
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