Filmabend "Blut muss fließen"
Verstörende Gedankenwelt

Peter Ohlendorf zog bei der Vorführung von "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis" als Symbol gegen Nazis ein gelbes Sakko über. Bild: hfz
Politik
Mitterteich
15.10.2016
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"Blut muss fließen" zeigt Aufnahmen, die Peter Ohlendorf als "Thomas Kuban" mit versteckter Kamera und Mikro über neun Jahre gesammelt hat. Dabei tauchte der freie Journalist tief in die Neonazi-Szene ein. "Der Filmer", wie er genannt wurde, sollte aufgedeckt werden. Ein lebensgefährliches Unterfangen.

Der Kreisjugendring (KJR) und Jugendforum "Demokratie leben!" hatten zum Filmabend mit Diskussionsrunde ins Feuerwehrhaus eingeladen. Der 90-minütige Film zeigte versteckte Aufnahmen von Rechtsrock-Konzerten: Dabei grölen die Besucher die gewaltverherrlichenden und volksverhetzenden Lieder, wie auch "Blut muss fließen", ein antisemitisches Lied und Evergreen in der Szene, Der Hitler-Gruß wird geradezu zelebriert. Verstörend und beängstigend wirken die Bilder und die Texte dieser Menschenfeindlichkeit und die Verherrlichung des "Dritten Reiches" auf die Zuschauer. Dabei geht es nicht nur gegen Ausländer, auch das Christentum wird abgelehnt - was bei dem Lied "Wir wollen euren Jesus nicht" sehr deutlich ausgesprochen wird.

"Entschiedener vorgehen"


Dabei gehen die Neonazis vor solchen Konzerten sehr konspirativ vor. Sie richten zu den geheimen Konzerten Checkpoints ein, an denen Mobiltelefone abgenommen werden und nennen erst hier den genauen Ort der Veranstaltung. In der Diskussionsrunde mit den Jugendlichen wurde schnell klar: Ohlendorf ist ein Experte, wenn es um die rechtsextremen Szene geht. "Mit der Musik versucht man junge Menschen zu ködern und zu radikalisieren", erklärt Ohlendorf in der angeregten Diskussion im Anschluss. "Staat und Polizei müssten viel entschiedener gegen diese menschenverachtenden Konzerte vorgehen." Der Film beleuchte eindrucksvoll die Musikszene der Neonazis "... und gibt tiefe Einblicke in der verstörende Gedankenwelt des Rechtsextremismus", so KJR-VorsitzenderJürgen Preisinger.

Anerkennend zeigte sich Ohlendorf über die Feuerwehrjugend Mitterteich: "Jugendarbeit in den Vereinen und Gruppen ist ein wichtiger Teil gegen Rechtsextremismus." Dies unterstrich auch Preisinger. Er verwies auf die Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus und auf das Bündnis für Demokratie, Respekt und Toleranz.

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Weitere Informationen:

www.kjr-tir.de
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