Neues Netzwerk geknüpft

Gemeinsam unterschrieben die Mitwirkenden die Vereinbarung für das "Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth". Mit dabei waren (sitzend von links) Doris Scharnagl-Lindinger, Pfarrer Herbert Sörgel, Johannes Magin und Martina Sötje. Stehend (von links) Markus Frank, Berthold Kellner, Reinhard Schön, Karl Haberkorn, Bürgermeister Roland Grillmeier, Angelika Schraml, Andreas Malzer, Hans Stelzl, Manfred Dietrich, Projektleiterin Christina Ponader und Erwin Bösl. Bild: jr
Politik
Mitterteich
29.09.2015
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Inklusion ist ein etwas sperriger Begriff. Aber ein Thema, das alle angeht. Bis 2018 sogar als Modell-Projekt im Landkreis.

Inklusive Strukturen vor Ort im Bereich Bildung, Arbeit und Freizeit aufzubauen, ist Ziel des neuen Projektes "Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth". Die Projektleitung des bis 2018 ausgelegten Vorhabens liegt bei der "Offenen Behindertenarbeit/Familienentlastender Dienst", einer Tochter der Lebenshilfe Kreisvereinigung. Offizieller Auftakt ist am Samstag, 10. Oktober, um 15 Uhr in der Steinwaldhalle in Friedenfels mit Sozialministerin Emilia Müller.

Jetzt trafen sich die Kooperationspartner im Mehrgenerationenhaus Mitterteich. Lebenshilfe-Vorsitzender Karl Haberkorn dankte Projektleiterin Christina Ponader, die seit 1. August mit dem Thema betraut ist. "Ich wünsche mir, dass wir das Netzwerk landkreisweit voran bringen." Das bestätigte auch Ponader: "Wir wollen Inklusion flächendeckend verwirklichen."

Mit dabei sind neben der Lebenshilfe noch zehn weitere Partner. Für die Selbsthilfegruppe Behinderte/Nichtbehinderte sah Martina Sötje die Inklusion auf einen guten Weg. Landkreis-Behindertenbeauftragter Reinhard Schön wollte, dass in allen 26 Kommunen des Landkreises ein Behindertenbeauftragter eingerichtet wird, der die Belange der Menschen mit Handicap vertritt. BLSV-Kreisvorsitzender Andreas Malzer berichtete, dass mittlerweile schon gute Kontakte zu Behindertenverbänden aufgebaut wurden.

Mit dabei sind auch der Kreisjugendring und die Katholische Erwachsenenbildung mit ihrem Leiter Hans Stelzl. Eigene Veranstaltungen sind im Jahresprogramm berücksichtigt. Angelika Schraml (Volkshochschule) berichtete von verschiedenen Kursangeboten. Ein weiteres Ziel sei der barrierefreie Zugang zu den VHS-Räumen. Für heuer kündigte sie zudem einen Gebärdensprachkurs an.

Johannes Magin (Katholische Jugendfürsorge) wünschte sich eine noch stärkere Teilhabe von Menschen mit Handicaps am Arbeitsmarkt. Das Netzwerk biete dazu beste Voraussetzungen, dieses auch zu erreichen. Manfred Dietrich (Wirtschaftsförderung und Gründerzentrum) sah das Netzwerk auf einem guten Weg und sicherte seine Unterstützung zu, ebenso Pfarrer Herbert Sörgel (Evangelisches Bildungswerk).

Bürgermeister Roland Grillmeier nannte das Mehrgenerationenhaus eine der ersten Inklusionsprojekte überhaupt. "Freilich war die barrierefreie Errichtung in einem Bestandshaus nicht ganz einfach, aber es ist gelungen." Grillmeier berichtete aus eigener Erfahrung von diversen Hürden und Barrieren. "Ohne unsere Gemeinden ist die Umsetzung der Inklusion nicht möglich." . Grillmeier will deshalb dieses Thema bei der nächsten Bürgermeister-Dienstversammlung zur Sprache bringen. Die Installierung eines Behindertenbeauftragten in den Kommunen nannte er einen ersten Schritt in die richtige Richtung.

Für Mitterteich kündigte der Bürgermeister an, dass jetzt beim Ausbau des Unteren Marktplatzes die Gehbereiche barrierefrei gestaltet werden. Eine immer größere Rolle in der Inklusion spielt der Bereich Wohnen, auch hier seien die Kommunen gefordert.
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