"SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch setzt sich für Flüchtlingsfamilie in Mitterteich ein
Familie von Abschiebung bedroht

Besuch vom Abgeordneten Uli Grötsch bekam die mazedonische Familie in Mitterteich. Mit dabei waren (von links) Hilda mit Mann Ramazan und Sohn Elmi, Julia Zeitler (Caritas), Angelika Würner (AWO), Uli Grötsch sowie Tatjana Schumacher (AWO) mit dem kleinen Gajur. Bild: jr
Politik
Mitterteich
17.03.2015
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Rund 350 Asylbewerber und Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis. Dabei wird es nicht bleiben, wissen die Betreuer von Arbeiterwohlfahrt und Caritas: "Bald kommen noch mehr Menschen."

Bei einem Besuch in der Mitterteicher Unterkunft machte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch ein Bild von der Lage vor Ort. Aktuell schwierigster Fall: Eine Familie aus Mazedonien soll abgeschoben werden. Weil Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten gelten, stehen die Chancen auf eine Anerkennung im Asylverfahren sehr schlecht. Da konnte auch der Abgeordnete nichts versprechen, sicherte aber zu: "Wir bleiben in Kontakt."

"Tag und Nacht für meine Flüchtlinge da"

Im Landkreis gibt es momentan 290 Asylbewerber und 56 Kontingentflüchtlinge. Das sind Flüchtlinge aus Krisenregionen wie Syrien, die bei internationalen humanitären Hilfsaktionen aufgenommen werden. "Davon betreut alleine die Arbeiterwohlfahrt 206 Menschen", betonte AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner beim Besuch von Uli Grötsch am Dennerleinplatz, wo auch die Helfer der Caritas eingebunden sind. Beide Organisationen arbeiten eng zusammen: "Wir haben kurze Wege zu den Behörden", betonte Julia Zeitler von der Caritas. Angelika Würner sparte nicht mit Kritik. Die Bundesregierung schaffe Auffanglager, von da aus würden die Flüchtlinge auf die einzelnen Regionen verteilt. Eine soziale Betreuung sei da nicht sichergestellt. "Ich bin Tag und Nacht für meine Flüchtlinge da", sagte die AWO-Sprecherin. Arbeiterwohlfahrt und Caritas seien meist erste Ansprechpartner für die Flüchtlinge.

Lob für das Landratsamt

Ausdrücklich dankte sie dem Sozialamt am Landratsamt Tirschenreuth. Von dort komme größtmögliche Unterstützung. "Unsere zu betreuenden Menschen profitieren von den kurzen Wegen der AWO und der Caritas zu den Behörden", waren sich die Vertreterinnen der beiden Organisationen einig. Erfreulich sei, dass die Flüchtlinge, vor allem die Kinder, schnell Deutsch lernten. Dank galt den ehrenamtlichen Helfern. "Sprechen die Flüchtlinge erst mal deutsch, wird vieles einfacher", berichtete Angelika Würner.

Mazedonische Familie kurz vor der Abschiebung

Derzeit bedrücke sie vor allem das Problem, dass eine mazedonische Familie vor der Abschiebung steht. Diese ist nur ausgesetzt, weil ein Kind erkrankt ist. Die Familie gehöre der Roma-Minderheit an, die in Mazedonien politisch verfolgt werde, schilderte die AWO-Betreuerin. Dabei mache gerade diese Familie in Mitterteich die wohl besten Fortschritte, spreche schon gut deutsch und habe sich eingelebt. "Ich werde alles versuchen, eine Abschiebung zu verhindern", kündigte Angelika Würner an. Die Familie lebt seit August in Mitterteich. Am 5. Dezember kündigte ein Schreiben die Abschiebung an. Seitdem laufen intensive Gespräche. Uli Grötsch will sich der Problematik annehmen, konnte aber nicht allzu viel versprechen: "Ein Asylverfahren für Mazedonier anzustrengen, ist der falsche Weg, es muss einen anderen Weg geben." Der Dank des Abgeordneten galt beiden Organisationen, die mit viel Leidenschaft hinter ihrer Arbeit stünden. Denn ohne Enthusiasmus funktioniere die Betreuung nicht. Nach dem Termin bei der Arbeiterwohlfahrt suchte er das Gespräch mit der von der Abschiebung bedrohten Familie aus Mazedonien.
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