42 Hektoliter Zoigl pro Woche

Dieser Tank muss ständig gereinigt werden, erklärte Werner Männer (Zweiter von rechts) den verdutzt dreinblickenden Gästen, unter ihnen Regierungspräsident Axel Bartelt (Zweiter von links): "Da muss ein Mann in den Tank hinein und innen alles sauber machen." Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
20.01.2016
130
0

Einen Kurzkurs im Bierbrauen bekam Regierungspräsident Axel Bartelt. Bei seinem Besuch im Kommunbrauhaus wurde deutlich: Die Mitterteicher sind richtig stolz auf ihren "echten" Zoigl.

500 Jahre Freiheitsbrief und 500 Jahre Verleihung der Marktrechte feiert heuer die Stadt Mitterteich. Da durfte beim Besuch des Regierungspräsidenten ein Abstecher ins Kommunbrauhaus nicht fehlen. Das steht seit 152 Jahren in der heutigen Vorstadt. Das erste Kommunbrauhaus am Unteren Markt stand dem Anschluss an die Eisenbahn 1863/64 im Weg.

Kein Flaschenbier


Werner Männer vom Arbeitskreis Heimatpflege erläuterte den Gästen die Historie des Zoiglbierbrauens und gab Einblicke hinter die Kulissen. "Früher kam unser Bier auch aus dem benachbarten Tirschenreuth. Da hat es immer geheißen: ,Des koanst ja net saufen'", sagte Männer. Dadurch entstand der "Bierkrieg" mit der heutigen Kreisstadt, der sich über hundert Jahre im 17./18. Jahrhundert hinzog.

Zoiglbier wird gebraut, gelagert und nicht haltbar gemacht, sondern gleich getrunken. Konservierungsstoffe haben da nichts zu suchen.Werner Männer

Die Tirschenreuther behaupteten, Mitterteich dürfe vor dem Michaelistag am 29. September nicht selbst brauen. Wenn ihnen vorher das Bier ausginge, müssten sie welches aus dem Nachbarort beziehen. "Wir bekamen damals das Bier aus Tirschenreuth in Flaschen. Dabei ist doch der Zoigl gar kein Flaschenbier, der muss frisch aus dem Fass gezapft werden", erklärte der Vertreter des Arbeitskreises Heimatpflege. Heute gebe es dieses Problem nicht mehr: "Wir brauen unser Bier selber." Auch die früher recht angestrengte Nachbarschaft habe sich mehr und mehr entspannt. "Zoiglbier wird gebraut, gelagert und nicht haltbar gemacht, sondern gleich getrunken. Konservierungsstoffe haben da nichts zu suchen", erläuterte Werner Männer. "Wir trinken eben Bier vom echten Kommunbrauer."

Nur in Handarbeit


Weiter wusste der Sprecher, dass das Kommunbrauhaus in seinem Originalzustand erhalten geblieben ist. Lediglich die Stromversorgung wurde neu eingebaut. Pro Jahr werden rund 52 Sude eingebraut, wobei ein Sud etwa 42 Hektoliter Zoiglbier ergibt. "Die Arbeit geschieht ausschließlich in Handarbeit, ohne maschinellen Einsatz", versicherte Männer. Er gab dem staunenden Regierungspräsidenten Einblicke in der Herstellung der Bieres und nahm ihn sogar mit ins Obergeschoss, das "Allerheiligste" der Zoiglbrauer. Nach der informativen Führung ging es ins Mehrgenerationenhaus, wo die Gäste das Mitterteicher Bier und dazu deftige Brotzeiten genossen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Zoigl (71)Kommunbrauhaus (9)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.