Akrobatik und rasante Tänze

In neuen schwarz-goldenen Kostümen präsentierte sich die Showtanzgruppe "Phönix" des TuS Mitterteich. Teil ihrer Interpretation von "Schneewittchen" sind natürlich wieder spektakuläre Hebefiguren, für die die Akteure stürmischen Beifall erhielten.
Vermischtes
Mitterteich
18.01.2016
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Besonders willkommen hieß Bürgermeister Roland Grillmeier die älteste Bürgerin der Stadt: Die 101-jährige Frieda Tasch ist seit Jahrzehnten Stammgast beim Mitterteicher Seniorenfasching.

Mit seinem Pfeiferl und dem Ausruf "Mitterteich Helau" gab Willi Schneider den "Startschuss" für das dreieinhalbstündige Spektakel: Hunderte Zuschauer erlebten auch beim 38. Mitterteicher Seniorenfasching wieder ein tolles Programm mit über 160 Mitwirkenden.

"Der Fasching ist nicht lang, doch wenn wir alle mitmachen, wird mir nicht bang. In Mitterteich tut sich etwas und wie die Kanzlerin schon sagt - wir schaffen das!" Mit diesen Worten hieß Bürgermeister Roland Grillmeier die rund 350 Senioren und die vielen weiteren Besucher auf der voll besetzten Zuschauertribüne willkommen. Dabei hob er Frieda Tasch hervor, die mit 101 Jahren älteste Mitterteicherin. Sie zählt seit Jahrzehnten zu den Stammgästen des Seniorenfaschings.

Durch das Programm führte Stadtrat Reiner Summer gemeinsam mit Manuela Lang. Ersterer schlüpfte auch zweimal in die Rolle eines finsteren Mönchs und nahm mit einem Lied und einer Büttenrede so manche Begebenheit aufs Korn (siehe eigener Bericht). Musikalisch wurde der Nachmittag vom "Oberpfälzer Buam-Express" bereichert. Ein kleiner Wermutstropfen war für die Organisatoren die Tatsache, dass sich nur wenige der zahlreichen Besucher maskiert hatten.

Wie gewohnt zogen eingangs alle Mitwirkenden nacheinander in die Halle ein, am Ende die Hoheiten Karin I. und Thomas I. sowie das Kinderprinzenpaar Nina I. und Julian I. Das Programm eröffnete die Prinzengarde des Mitterteicher Gaudiwurms mit einem flotten Tanz. Es folgten traditionell die jüngsten Narren, insgesamt 45 Kinder des TuS Mitterteich mit Trainerin Herma Laumer. Sie verteilten sich unter anderem auf die Minigarde, die "Rosa Garde" und die "Grüne Garde". Einige Mädchen traten als "Hankerler" auf, hinzu kam noch die "Teenie-Garde".

Sketch und Zeitreise


Im Anschluss waren die Nachwuchsgruppen des Gaudiwurms an der Reihe. An den Tänzen beteiligte sich auch Kinderprinzessin Nina I. Einen quirligen Auftritt legte Tanzmariechen Josie hin. Weiter ging es mit der Jugendgarde "Philomenia" des TuS. Nach der Pause führten die Ministranten der Pfarrei St. Jakob einen Sketch auf, ehe die Kinder-Showtanzgruppe des Gaudiwurms den "Tanz der Freibeuterinnen" vorstellte. Eine Zeitreise ins Land der Pharaonen unternahmen die Mädchen der TuS-Gruppe "Fantasia".

Im Anschluss führte die TuS-Showtanzgruppe "Phönix" ihren neuen Gardetanz vor. Herma Laumer zeichnete danach mehrere Tänzerinnen aus, die schon seit 20 Jahren aktiv sind. Zu Songs der Neuen Deutschen Welle wirbelte die Jugendgarde des Gaudiwurms übers Parkett, bevor das TuS-Männerballett "Wadelschmeißer" vorführte, wie sich Kranke in "Supermänner" verwandeln. Die Gruppe "Starlight", gebildet vom Damenballett des Gaudiwurms, nahm die Besucher mit auf eine Reise durch fünf Länder.

Zwei Höhepunkte des Nachmittags folgten im dritten Teil des Programms. So zeigte die neu eingekleidete TuS-Showtanzgruppe "Phönix" eine spektakuläre Show voller Akrobatik und Hebefiguren. Danach traten die ebenfalls neu ausgestatteten Mitglieder der Gaudiwurm-Showtanzgruppe "X-Dream" als Hexen auf und zeigten einen rasanten Tanz. Jeweils stürmischer Applaus belohnte die Akteure für ihre Leistungen.

Im BlickpunktKritische Bürger und NT-Querformat

Mitterteich. (lnz) Ob er wieder auftaucht, der finstere Mönch? Und wen er wohl ins Visier nimmt? Diese Fragen dürfte sich so mancher Besucher des Seniorenfaschings gestellt haben. Tatsächlich trat Reiner Summer in dieser Rolle sogar zweimal auf. Beim ersten Erscheinen am Pult polterte der Mönch los gegen Bürger, die "immer kritischer" und Stadt- und Gemeinderäte, die "immer unfähiger" werden. Und so komme es immer öfter zu Bürgerentscheiden. "Keiner hat a Ahnung, aber alle stimmen ab." Diese Zeiterscheinung habe eine Würdigung verdient, weshalb der Mönch das "Lied vom Volksentscheid" sang. Das Spektrum der Themen reichte dabei von der Wasser-Abstimmung über den Marktplatz-Umbau bis hin zum Pechbrunner Problem-Baum. Der derbe Abschluss: "Ob Schafferhof in Konnersreuth oder Umgehungsstraße in Waldsassen: Aus diesen Projekten wird nie etwas, darauf können Sie einen ..."

Als der Mönch ein zweites Mal im Rampenlicht stand, nahm er eine Irrfahrt zweier Faschings-Verantwortlicher aus Mitterteich auf die Schippe. Diese hätten in Mähring die neuen Porzellanorden abholen wollen, seien aber versehentlich über die Grenze gefahren. In der Büttenrede gab es auch einen Seitenhieb auf den Bayerischen Rundfunk - und noch ein paar Reime zur Lokalpolitik: "Der ,Neue Tag' neulich kundtat, die Mitterteich-Seite kommt bald im Querformat. Auf die Frage nach dem Grund, tat mir der ,Neue Tag' dann kund: ,Nur in Mitterteich die Regel gilt, es müssen immer beide Bürgermeister mit auf's Bild.'"

Dann wandte sich der Mönch direkt an den 1. Bürgermeister: "Roland, bitte keine Angst, für Mitterteich du alleine g'langst! Oder brauchst du bei deinen Terminen einen Bodyguard, der immer mit dir gemeinsam vom Büdl starrt? In Zukunft also reicht einer statt zwei, dann braucht's auch keine Zeitung in DIN A3!" Der Mönch schloss mit einem eindringlichen Appell: "Tuet Buße und bessert's eich!"
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