"Altneihauser Feierwehrkapelln" in der Mehrzweckhalle Mitterteich
Zoigl eine Schnapsidee

Originelle Sprüche und flotte Klänge, damit können Norbert Neugirg und die Altneihauser Feierwehrkapelln die Zuhörer begeistern - in Mitterteich sogar dreieinhalb Stunden lang. Und das Thema Zoigl war für die Akteure alles andere als eine trockene Angelegenheit. Bilder: jr (3)
Vermischtes
Mitterteich
20.11.2016
810
1
 
Beim Auftritt in Mitterteich gab Norbert Neugirg, Chef der "Altneihauser Feierwehrkapelln", bereitwillig Autogramme und signierte Bücher.

"In Mitterteicher regiert die Grillmeierei", enthüllt der Kommandant der "Altneihauser Feierwehrkapelln". Doch nicht nur für diesen Spruch spenden die 1200 Besucher tosenden Beifall.

Selten hat ein Gastspiel für so viel Aufsehen gesorgt, wie das der "Altneihauser Feierwehrkapelln" am Samstag in der Mehrzweckhalle. Seit Monaten gab es keine Karten vor. "Viele sitzen hier ihr Weihnachtsgeschenk von 2015 ab", spielt Feierwehrkommandant Norbert Neugirg auf den verlegten Termin wegen der Brandschutzertüchtigung der Halle an. Derweil sorgten die drei Zoiglwirte der Kommunbrauer für das Wohl der Besucher mit Brotzeiten und dem Original Mitterteicher Zoiglbier.

Beste Botschafter


Geradezu fernsehreif zelebrieren die "Altneihauser" ihren umjubelten gut dreieinhalbstündigen Auftritt. "Sie dürfen jetzt die Musiker berühren", verabschieden sich Neugirg und seine Kapelle vom schier aus dem Häuschen geratenen Publikum. Selbst Regierungspräsident Alexander Bartelt ist begeistert: "Sie sind die besten Botschafter der Oberpfalz".

"Grüß Gott im schönen Tirschenreuth, Mitterteich ist nichts dagegen", provoziert Neugirg erste Buh-Rufe der Zuschauer. Schnell packt der Kommandant die falsche Rede weg und bügelt sofort seinen Fehler aus: "Oh, wie herrlich schön ist's in Mitterteich", und schon tobt das Publikum. Während im ersten Teil die Weltpolitik eine große Rolle spielt, Silvio Berlusconi und Donald Trump dürfen da nicht fehlen, wird nach der Pause der Fokus auf die Örtlichkeit gelegt. "Vor 500 Jahren hat ein Abt in Waldsassen einen Rausch gehabt. Und von allen guten Geistern verlassen, verlieh der Abt von Waldsassen das Markt und Bierbraurecht zugleich an die Sautreiber von Mitterteich, um so das Feuer zu entfachen, Waldsassen Konkurrenz zu machen", bemerkt der Feierwehrkommandant zu "500 Jahre Kommunbraurecht".

Von Opposition frei


Ein Thema ist die Verlagerung des BRK-Rettungswagen-Standortes von Waldsassen nach Mitterteich. "Wenn Rot-Kreuz und Rettungswagen in Mitterteich ihr Zelt aufschlagen, weil Mitterteich mit Recht feststellt, Waldsassen liegt am End der Welt, so dass das BRK umzieht und aus der Stadt Waldsassen flieht und es bleibt in Mitterteich auf Dauer, dann sind die Waldsassener sauer. Kommt ein Notarzt aus den Gassen des letzten Winkels von Waldsassen, dann setzt zum Beispiel in Kornthan die junge Mutter Grünspan an, falls sie grad rasant entbindet und wenn sich dann der Arzt einfindet, ist nach langem warten, das Kind bereits im Kindergarten". Nicht zu kurz kommt am Samstagabend die Lokalpolitik. "In Mitterteich regiert die Grillmeierei, weil beide Bürgermeister, eins und zwei, beide Grillmeier heißen und sich täglich darum reißen, in der Zeitung zu erscheinen, weil die beiden wirklich meinen, der Bürger glaubt, dass was geschieht, wenn es in der Zeitung steht. Den meisten Platz auf der Seite braucht in der Breite der Zweite, derweil der Erste vom Zweiten verdrängt, sich von der Seite noch ins Foto zwängt". Und weiter: "Von Opposition ist Mitterteich frei, bis auf Fritz Witt von der Bayernpartei." Und einen Wunsch hat der Kommandant für die Ortspolitiker auch parat: "Der Himmel schenke Mitterteichs Regierung Weitsicht, Weisheit und Orientierung und er möge Grillmeier und die Stadträte erleuchten, sie seh'n aus, als ob sie's bräuchten". Sein persönliches Fazit: "Obwohl's in Tirschenreuth viel schöner wär, mussten wir zu Ihnen her, doch auch Mitterteich ist's wert, dass man kommt und bald wieder fährt.

Zwei Zugaben


Nach zwei Zugaben darf das Ensemble die Bühne verlassen, es ist eine halbe Stunde vor Mitternacht geworden. Alle haben einen außergewöhnlichen Abend erlebt. Mitterteich machte sich zum Jubiläumsjahr das schönste Geschenk selbst.

Der Himmel möge Grillmeier und die Stadträte erleuchten, sie seh'n aus, als ob sie's bräuchten.Feierwehrkommandant Norbert Neugirg


Karpfen und ZoiglKommandant und Musiker wissen: "In Mitterteich in Bayerns Nahem Osten, wo die Leute die vom Karpfen leben, einen entsprechenden Geruch abgeben, da gibt es ein Kommunbrauhaus, da strömt ein guter Duft heraus, der das Leben hier erträglich macht. Die Bewohner hier oft streng riechen und wenn strenge Winde kriechen, nimmt der Mitterteicher einen Zug von echtem Zoigl aus dem Krug, was den Fischgeruch neutralisiert. 500 Jahre Kommunbraurecht und selten war das Bier so schlecht, dass jene die es zu sich nahmen, hernach nicht mehr zu sich kamen. Sprich die Anzahl jener, die zugrunde ging hat man uns erklärt, sind doch nicht der Rede wert. Vorwiegend versoffene Schlawiner, Touristen, Franken und Berliner. - Oppl, Hartwich und Lugert der Schmale, drei Mitterteicher Originale, die immer wenn sie Lust verspüren, ihren Zoigl präsentieren und voller Inbrunst hoffen, ihr Zoigl wird weggesoffen." (jr)
1 Kommentar
13
Karl-Heinz Gleißner aus Mitterteich | 20.11.2016 | 18:13  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.