Auf breite Hilfe angewiesen

Vermischtes
Mitterteich
30.09.2016
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Die Mitterteicher Tafel unterstützt aktuell 70 Bedarfsgemeinschaften, darunter auch 20 Asylbewerber. Dies und noch viel mehr erfuhr kürzlich SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bei einem Infobesuch.

Tafel-Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl erklärte, dass die Zahl deutscher Abholer wieder zurückgegangen sei. Woran das liegen könnte, vermochte sie nicht zu sagen. Uli Grötsch sprach von einer Schande, dass in einem so reichen Land überhaupt Tafeln nötig seien.

274 Mitglieder


Hannelore Bienlein-Holl erinnerte daran, dass die Einrichtung vor neun Jahren gemeinsam von der Arbeiterwohlfahrt und dem Stiftländer Rotary-Club gegründet wurde. Der Verein zählt aktuell 274 Mitglieder, wobei Mitterteicher mit 80 Mitgliedern den größten Anteil stellen. Seit der Gründung wurden insgesamt 1387 Abholerausweise ausgestellt, davon alleine im laufenden Jahr 211 neue. Einen großen Zuwachs bei den Abholern habe es durch Asylbewerber und Flüchtlinge gegeben. Wegen der enorm gestiegenen Nachfrage habe man Mitte vergangenen Jahres handeln müssen. So wurde beschlossen, dass Asylsuchende nur einmal in der Woche Waren bei der Tafel abholen dürfen. Dies habe sich bewährt.

40 000 Kilometer im Jahr


Während es in Mitterteich 70 Bedarfsgemeinschaften gebe, seien es in Kemnath 33 und in Erbendorf 43. "Wir müssen an den drei Ausgabetagen in Mitterteich, Kemnath und Erbendorf 200 bis 220 Bedarfsgemeinschaften bedienen", sagte Bienlein-Holl. Im Einsatz sind in Mitterteich 25 ehrenamtliche Helfer, in Kemnath 10 und in Erbendorf 4. "Ohne deren Unterstützung wäre die Arbeit nicht zu leisten." Unterstützt werde die Tafel auch von 38 Geschäften aus dem Landkreis, darunter auch große Lebensmittelmärkte. Für die Abholaktionen legten die beiden Fahrzeuge der Tafel im Jahr etwa 40 000 Kilometer zurück. Stellvertretender Tafel-Vorsitzender Karl Haberkorn bedauerte, dass viele Berechtigte nicht zur Tafel kämen, weil diese sich schämten. Im vergangenen Jahr betrug das finanzielle Defizit der Tafel 6500 Euro. Dankenswerterweise hätten der Landkreis Tirschenreuth und die Kommunen diesen Fehlbetrag ausgeglichen.

MdB Uli Grötsch dankte der Arbeiterwohlfahrt und den Rotariern für ihr Engagement. Ganz besonders würdigte er die ehrenamtlichen Helfer. Grötsch machte deutlich, dass sich eigentlich der Staat um die bedürftigen Menschen kümmern müsste. Umso bemerkenswerter nannte er die uneigennützige Hilfe der Tafeln. "Dabei wäre alles so leicht. Wir bräuchten nur die Steuergesetze ändern, damit der Reichtum gerechter verteilt wäre. Aber dafür fehlen uns die Mehrheiten."

Dabei wäre alles so leicht. Wir bräuchten nur die Steuergesetze ändern, damit der Reichtum gerechter verteilt würde. Aber dafür fehlen uns die Mehrheiten.MdB Uli Grötsch
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