Beleidigte "Schwarze" und eingeschäumte "Rote"

Vermischtes
Mitterteich
30.12.2015
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Eine Glosse von Udo Lanz

Brachliegende Baustellen, ständige Streitereien um den Schafferhof und ein verhinderter Bürgerentscheid über einen Baum - viele Aufreger-Themen bewegten heuer die Zeitungsleser in Mitterteich und Umgebung. Was das Jahr 2016 wohl bringen wird? Hier eine ganz und gar nicht ernst gemeinte Prognose:

Januar

In der Rolle als finsterer und scharfzüngiger Mönch nimmt der städtische Jugendbeauftragte beim Mitterteicher Seniorenfasching erneut ausgewählte "Honoratioren" auf die Schippe, darunter auch CSU-Parteifreunde. Einige "Schwarze" sehen deshalb rot. Schon bald macht das Gerücht die Runde, dass ein besonders Beleidigter sogar den Fraktions- und Parteiausschluss des unliebsamen Kritikers gefordert haben soll.

Februar

Bei Sicherungsarbeiten auf dem Schafferhof-Gelände in Konnersreuth stoßen Arbeiter im Erdreich auf altertümliche Objekte. Wenig später verkünden Experten die Sensation: Es handelt sich um gut erhaltene Römer-Artefakte! Größere Ausgrabungen sind unumgänglich, Abriss-Gegner und -Befürworter schauen nach langem Zwist jetzt gemeinsam in die Röhre.

März

Lob von (fast) allen Seiten gibt es für die neuen Imagetafeln an den Mitterteicher Ortseingängen. Doch schon wenige Tage nach der feierlichen Enthüllung ist das erste Schmuckstück verschwunden - und taucht an der Fockenfelder Straße in Pleußen wieder auf, ergänzt um ein Transparent mit der Aufschrift: "Bremsen schützt vor Blitzern!"

April

Aufatmen beim Mitterteicher Burschenverein: Gerade noch rechtzeitig gelingt es der Stadt, die Dachsanierung der Mehrzweckhalle abzuschließen, andernfalls wäre das ohnehin schon weit nach hinten verschobene Starkbierfest endgültig geplatzt. Als Notlösung zur Erfüllung der Brandschutzauflagen hatten findige Burschen bereits eine "Süffikus"-Sprinkleranlage konstruiert.

Mai

Noch Wochen nach dem Gastspiel der Altneihauser Feierwehrkapell'n liegen in Mitterteich die Nerven blank. Die Menge an Hohn und Spott für die Gastgeber sei unverhältnismäßig gewesen, kein anderer Ort sei bisher so schlecht weggekommen, heißt es in einer Erklärung, verfasst von einigen empörten Stadt- und Vereinsvertretern. Und das auch noch im Jubiläumsjahr!!! "Wir haben Sie doch gewarnt!", heißt es dazu von Norbert Neugirgs Truppe, die gewohnt bissig noch eins drauflegt - in Form einer Lobeshymne auf Waldsassen.

Juni

Kleine und vor allem größere Häufchen sorgen in Pechbrunn wieder einmal für erhitzte Gemüter. In einer Krisensitzung beschließt der Gemeinderat, nach dem Vorbild anderer Städte DNA-Tests für Hunde einzuführen. Kurz darauf ziehen die ersten Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern von Tür zu Tür, um Unterschriften gegen den Beschluss zu sammeln.

Juli

Vor der Mitterteicher Haushaltssitzung einigen sich der Bürgermeister und die Fraktionssprecher darauf, ihre Stellungnahmen zur Abwechslung mal sehr knapp zu halten - denn jeder Bürger wisse ja inzwischen, dass dringend gespart werden muss, größere Einschnitte aber trotzdem nicht kommen. Also warum lange Reden schwingen?

August

Mitten im Sommerloch fordert die Konnersreuther SPD wieder einmal die Fusion aller Feuerwehren in der Gemeinde. Wütende Reaktionen bleiben diesmal aus, aber beim Ferienprogramm der Konnersreuther Wehr trifft der Strahl einer Löschschaumspritze plötzlich die anwesenden SPD-Markträte. Ob das Zufall war oder die Kinder "am Abzug" auf Weisung handelten, bleibt ungeklärt.

September

In der Gemeinde Pechbrunn herrscht helle Aufregung, weil im Internet ein Video auftaucht, in dem das Ansägen des legendären "Problem-Baums" zu sehen sein soll. Doch die wackeligen Aufnahmen erweisen sich als unbrauchbar. Wer hinter dem fiesen Sabotageakt steckt, bleibt also weiter im Dunkeln.

Oktober

In Leonberg haben einige Bezieher von Wasser aus Mitterteich noch immer nicht überwunden, dass sie beim Wasser-Entscheid außen vor bleiben mussten. Bei der Vorbesprechung für den 3. Leonberger Weihnachtsmarkt scheitern sie mit ihrer dreisten Forderung nach einem "saftigen Eintritt nur für Mitterteicher".

November

Um sicherzustellen, dass bei der Bürgerversammlung im Mitterteicher Josefsheim neben Stadträten und Vereinsvertretern auch wirklich genug "normale Bürger" kommen, verspricht die Stadt Freibier für alle Teilnehmer und zusätzlich pro Anfrage einen Zoigl-Gutschein. Resultat: Der Saal tobt, Hunderte Bürger finden keinen Sitzplatz mehr. Um 3 Uhr wird die Veranstaltung unter Protest abgebrochen.

Dezember

2015 war es nur einer, jetzt sind es offenbar zu viele. Wegen der zahlreichen Bäume mit Lauflicht-Weihnachtsbeleuchtung auf dem Mitterteicher Marktplatz gibt es heftige Beschwerden, die in einer Unterschriftenaktion münden. Nach Pechbrunner Vorbild werden die Listen aber nicht angenommen, weshalb die Initiative "Gegen Las-Vegas-Lauflicht Mitterteich" ("GeLaVeLaLiMit") einen Bürgerentscheid anstrebt...
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