Bewegung schützt alle Herzen

Dr. Rafael Ulrych, Kardiologe und Chefarzt am Krankenhaus Tirschenreuth, forderte seine Zuhörer zu mehr Sport auf. Bild: jr
Vermischtes
Mitterteich
18.02.2016
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Männer sind anfälliger für gewisse Krankheiten. Auch für Herzinfarkte. Dafür nannte der Referent viele Gründe. Einer davon: Frauen nehmen ihre Medikamente zuverlässiger.

Großbüchlberg. "Frauenherzen schlagen anders - Männerherzen auch" hieß der plakative Titel einer Veranstaltung des Bauernverbands. Gibt es Unterschiede im Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen Frauen und Männern? Dieser Frage ging Dr. Rafael Ulrych, Chefarzt und Kardiologe am Krankenhaus Tirschenreuth, in der "Petersklause" nach.

Vor rund 80 Zuhörerinnen - auch einige Männer interessierten sich für das Thema - machte er deutlich, dass das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung bis zum 55. Lebensjahr vergleichbar sei. Die Gefahr, danach zu erkranken, sei bei Männern höher als bei Frauen, auch genetisch bedingt. Noch wichtiger als die Einnahme von Medikamenten nannte er eine Umstellung der Lebensgewohnheiten: Nikotinverzicht, gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, Normalgewicht.

Kreisbäuerin Christa Söllner freute sich über den großartigen Besuch. Dr. Ulrych, der seit vergangenem Jahr am Krankenhaus in Tirschenreuth arbeitet, hatte zahlreiche Statistiken mitgebracht. Grundsätzlich würden Frauen und Männer, je älter sie sind, anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Risikofaktoren nannte er neben dem Alter Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Zucker, Cholesterin. Bewegungsmangel - und auch das Geschlecht. Als optimal bezeichnete der Arzt für Ältere einen Blutdruck von 140:90. "Bei jedem Menschen lässt sich der Blutdruck gut einstellen", war er überzeugt.

Der Mediziner wusste, dass Männer für eine Herzerkrankung und speziell für einen Herzinfarkt gefährdeter sind als Frauen. "Mit ein Grund ist, dass Frauen weitaus zuverlässiger sind bei der Medikamenteneinnahme." Während das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ab dem 55. Lebensjahr für Männer steige, wachse für Frauen die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Frauen seien anfälliger für Erkrankungen an den hirnversorgenden Gefäßen. Bei einer koronaren Herzerkrankung hätten Frauen eine höhere Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen sowie ein Jahr nach einem Herzinfarkt.

Wichtig sei die Einhaltung eines normalen Blutdrucks und des Zucker-Langzeitwerts unter 7,0. "Betreiben Sie Gewichtsreduzierung und machen Sie vor allem Sport, Sport und nochmals Sport", riet Dr. Ulrych. "Denn Bewegung hemmt auch den Appetit." Weiteres Thema war das Vorhofflimmern, das für 20 bis 40 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich sei. In der Regel handle es sich dabei um besonders schwerwiegende Fälle. "Leider bleibt das Vorhofflimmern oft unbemerkt", sagte der Referent. Als Risikofaktoren nannte er das Alter, Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit.

Wichtig sei, dass das LDL-Cholesterin bei unter 70 mg/dl liege. Bei Diabetes und Bluthochdruck reiche ein Wert unter 100 aus. Erhöhte Werte könnten Vorzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. "Lassen Sie sich beim nächsten Blutbild von Ihrem Hausarzt informieren."

Einen Tipp hatte er noch: "Alkohol in Maßen baut Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Alkohol hat positive Aspekte für die Gefäße und ist eigentlich Medizin. Aber aufpassen, gerade mit Bier wird leicht auch zugenommen, was eine weiteres Risiko ist", warnte er vor größeren Mengen. Abschließend stellte sich Dr. Ulrych vielen Fragen. Als erste Anzeichen eines Herzinfarkts nannte er Schmerzen im Brustbereich, Schwindel, Schwitzen, Unwohlsein und Übelkeit. "Aber es geht darum, dass es gar nicht so weit kommt", appellierte er erneut zu mehr Bewegung.
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