Dauerparker im Visier

Behinderungen durch verengte Fahrbahnen und nächtlichen Lärm im Zusammenhang mit abgestellten Autos von Schott-Mitarbeitern beklagen immer wieder Anwohner der Großensterzer Straße. Bild: lnz
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Mitterteich
18.06.2016
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Immer wieder gehen bei der Stadt Beschwerden ein, dass Dauerparker entlang der Großensterzer Straße für Behinderungen und beim Losfahren in der Nacht auch noch für Lärm sorgen. Nach einer regen Diskussion im Bauausschuss soll die Verwaltung nun ein Maßnahmenpaket erarbeiten.

Bürgermeister Roland Grillmeier berichtete, dass sich das Problem verstärkt habe, seit eine Parkfläche auf dem angrenzenden Schott-Gelände nicht mehr zur Verfügung stehe. Anstatt die verbliebenen offiziellen Parkplätze des Unternehmens zu nutzen, stellten manche Beschäftigte ihre Autos wohl wegen des kürzen Fußweges entlang der Großensterzer Straße ab. Bevorzugt geschehe dies im bislang nicht beschränkten Bereich zwischen der Ecke Neue Siedlung und der Siedlungsstraße. Auch einige Seitenstraßen würden zum Parken genutzt. Das Resultat seien häufig verengte Fahrbahnen. "Es stören auch nächtliche Motorstarts und laute Musik aus dem Autoradio", so Grillmeier weiter.

Die Verwaltung hat in Absprache mit der Polizei nun vorgeschlagen, in den betroffenen Bereichen im Zeitraum zwischen 8 und 18 Uhr nur eine maximale Parkdauer von 2 Stunden zu erlauben. Bürgermeister Grillmeier bemerkte dazu, dass man damit aber auch Anwohner treffen würde, die ihre Zweit- oder Drittwagen am Straßenrand parken - was man natürlich nicht wolle. Denkbar wäre deshalb auch die Einführung von Parkausweisen wie es sie etwa in Tirschenreuth gibt, oder eine Kombination von Maßnahmen.

Besondere Situation


Karl-Heinz Ernstberger (CSU) erinnerte daran, dass man sich in der Vergangenheit schon einmal rigoros gegen Parkausweise ausgesprochen habe, um keine Begehrlichkeiten im ganzen Stadtgebiet zu wecken. Bürgermeister Grillmeier hielt dagegen, dass sich eine Ausnahmeregelung mit der besonderen Situation entlang der Großensterzer Straße begründen ließe. Dr. Achim Nemsow (CSU) sah allein eine Zeitbeschränkung als sinnvoll an, denn dann könnten auch weiterhin Kunden eines Frisörladens und anderer Firmen dort parken.

Josef Schwägerl (CSU) regte an, nochmals den Kontakt zur Schott-Standortleitung zu suchen. Vielleicht könnte das Unternehmen die Mitarbeiter darum bitten, ausschließlich die offiziellen Parkplätze zu nutzen. Die Firma Hamm in Tirschenreuth habe bei ähnlichen Problemen auch für Ordnung gesorgt, so Schwägerl. Roland Grillmeier gab zu bedenken, dass es bei Hamm um Flächen des Unternehmens gegangen sei. In Mitterteich seien aber öffentliche Straßenbereiche betroffen. Einen entsprechenden Appell zur Nutzung der eigenen Parkplätze habe Schott bereits an die Mitarbeiter gerichtet, mehr könne das Unternehmen nicht tun. Grillmeier: "Wenn ich meinen Stadt-Beschäftigen sage, sie sollen nicht bei der Kirche parken, hört auch nicht jeder auf mich."

Eine einfache Lösung wäre laut Reiner Summer (CSU), wenn die Firma Schott den Zugang zum Gelände an der Großensterzer Straße nur noch für den Lieferverkehr erlauben und das Drehkreuz für Mitarbeiter schließen würde. Schließlich seien ja noch andere Zugänge vorhanden. Bürgermeister Grillmeier erwiderte, dass man damit auch alle Beschäftigten aus dem Viertel treffen würde, die zu Fuß in die Arbeit gehen.

Bernhard Thoma (Freie Wähler) warf ein, dass man auch an die Nachtschicht bei Schott denken müsse. Gegen jene Arbeiter würde die von der Verwaltung vorgesehene Beschränkung zwischen 8 und 18 Uhr nichts ausrichten. Johann Brandl (SPD) wies noch auf die besondere Situation der Anwohner der Siedlungsstraße hin. Wegen mangelnder Flächen auf den Grundstücken hätten viele keine andere Wahl, als ihre Autos an der Fahrbahn zu parken.

Neuer Vorschlag bis Juli


Bürgermeister Roland Grillmeier und der Bauausschuss waren sich am Ende einig, dass die Verwaltung bis zur Juli-Sitzung einen neuen Vorschlag ausarbeiten soll, der die eingebrachten Argumente berücksichtigt. Denkbar wäre etwa eine Parkbeschränkung auf maximal 3 Stunden im Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr. Zusätzlich soll in ganz bestimmten Bereichen die Ausstellung von Anwohner-Parkausweisen geprüft werden.
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