Der Mitterteicher Alois Meierhöfer restauriert Oldtimer
Schrott bringt Augen zum Glänzen

Einladend: Auch der Innenraum des DKW 1000 SP glänzt wieder wie neu. (Foto: Harald Mohr)
Vermischtes
Mitterteich
20.10.2016
89
0
 
Die Motoren musste man damals unter den riesigen Motorhauben erst suchen. (Foto: Harald Mohr)
(Harald Mohr)

Im Sommer sah man sie wieder, die glänzenden Stars der Oldtimer-Ausstellungen. Jetzt im Herbst ziehen sich die Fans des rostigen Hobbys wieder in ihre Werkstätten zurück, um neue Projekte in Angriff zu nehmen oder an alten Projekten weiter zu arbeiten. „Auto Motor Spezial“ hat so einem in der Wolle gefärbten Oldtimer-Fan über die Schulter geschaut.

Das Einfamilienhaus in Mitterteich sieht ganz normal aus. Nichts deutet darauf hin, dass hier aus Schrott wieder Autos gemacht werden. Alois Meierhöfer wohnt hier mit seiner Frau Resi, auf den ersten Blick ein Rentner wie jeder andere. Doch der 73-jährige Elektroingenieur im Ruhestand begnügt sich nicht mit Gartenarbeit oder Kaffeetrinken. Der Blick richtet sich auf eine kleine Garage, die er ganz hinten in seinem gepflegten Garten vor etlichen Jahren gebaut hat.

Dort, wo andere ihren Rasenmäher und ein paar alte Fahrräder geparkt haben, verbirgt sich eine zwar enge, aber voll ausgestattete Oldtimer-Werkstatt. Natürlich gibt es eine Grube, und sogar ein Portalkran zum Aus- und Einbau von Motoren ist eingebaut. Und das Ergebnis des gerade abgeschlossenen Projektes steht mitten drin: Ein DKW 3 = 6, der so genannt wurde, weil er mit seinem Dreizylinder-Zweitaktmotor ähnlich laufruhig wie ein Sechszylinder sein sollte.

Mit DKWs fing die Auto-Leidenschaft auch an bei Alois Meierhöfer. „Mein Schwager hatte einen“. Erst im Jahr 1999, die Marke DKW war schon in den Sechzigern in „Audi“ umbenannt worden, bekam er selbst seinen ersten DKW. „Zuerst hab‘ ich mir die Garage gebaut“. Im Jahr 2003 war der erste selbst restaurierte Oldtimer fertig. „Wir sind damit gleich nach Braunschweig zum DKW-Treffen gefahren“, und zwar „problemlos“.

Seither hat er zehn Autos und ein Motorrad restauriert. Leider musste er die meisten wieder verkaufen. „Es war immer ein Platzproblem“. Zurzeit hat er drei Oldtimer, neben dem DKW 3 = 6 noch einen DKW 1000 SP und ein Borgward Isabella Coupé. „Alle waren Ruinen“, erzählt Alois Meierhöfer. Er musste sie von Grund neu aufbauen. Das Wissen hat er sich angeeignet. „Ich hab‘ mir Handbücher besorgt“.

Nun nützt das beste Handbuch nichts ohne die entsprechenden Fähigkeiten. „Bei Blechteilen muss man sich selber helfen“ verrät er. Gut, dass er wie die meisten Oldtimerfans über ein gut ausgebautes soziales Netzwerk verfügt. „In Mitterteich gibt es noch eine Spenglerei“. Die half ihm bei der Umformung der Bleche. Und ein Nachbar nähte ihm die Polster. Doch es blieb immer noch genug für ihn zu tun.

Nichts verdient


Ein Problem ist die Beschaffung von Teilen. Chromteile zum Beispiel „sind auch als Altteil schwierig zu beschaffen“. Im Schnitt 600 Arbeitsstunden stecken in jedem seiner restaurierten Oldtimer. Die Kosten für die Restauration waren so hoch, dass der Weiterverkauf sie gerade so deckte. „Verdient hab‘ ich nichts, aber ich hatte halt meine Beschäftigung“. Und sie wird es wohl auch bleiben. „Vielleicht hol‘ ich mir nochmal einen“, sinniert er. Da war doch neulich so ein Angebot... Und wieder funkeln die Augen von Alois Meierhöfer. „Übermorgen fahr‘ ich nochmal hin“.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.