Edelfassaden aus der Porzellanfabrik

Vermischtes
Mitterteich
12.06.2015
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Wilhelm und Christian Forster ist es gelungen eine Industriebrache wieder zu beleben. Die ehemalige Porzellanfabrik Mitterteich, im Landkreis Tirschenreuth, ziert heute das Logo "Metallbau Forster".

Urkundlich erstmals erwähnt ist sie 1734. Josef Zeitler betrieb in der Waldsassener Straße 1 eine Huf- und Wagenschmiede. 1947 heiratet Wilhelm Forster die Tochter des Anwesens, Josefine. Der Betrieb wird eine Bauschlosserei. Ein "Eineinhalb"-Mann-Betrieb sei das gewesen, erzählen die heutigen Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm und Christian Forster. Ersterer begann 1965 eine Lehre beim Vater, absolvierte 1974 die Meisterprüfung und übernahm den Betrieb. 1992 zog die Firma um ins Gewerbegebiet Birkigt an der Gottlieb-Daimler-Straße 1. 800 Quadratmeter war der Neubau groß, der jetzt ganz andere Möglichkeiten bot. 18 Jahre alt war Sohn Christian, als er mit einstieg. Auch er lernte beim Vater, sollte eigentlich auch andere Betriebe kennenlernen. "Aber es stellte sich bald heraus, dass er unabkömmlich für die Firma geworden war", sagt Wilhelm Forster. Der Sohn ist Metallbau-Meister und seit 2002 Mitinhaber und Geschäftsführer von Metallbau Forster.

Laser- und Wasserstrahl

Wurden anfangs in der Hauptsache Treppen, Geländer, Haustüren und Fenster gefertigt, befasste sich die Firma seit den 1990er Jahren mit Fassadenbau. 1999 konnte aus Insolvenzmasse ein komplettes Profilbearbeitungszentrum zugekauft werden. Das Alu-Geschäft begann. 2002 schaffte man die erste Laser- und ein Jahr später eine Wasserstrahl-Schneidemaschine an. Die Betriebsfläche wurde um 1800 Quadratmeter erweitert. Das habe sich damals einfach so ergeben, erzählt der 64-jährige Seniorchef Wilhelm Forster. "Kunden fragten immer wieder, ob wir bei bestimmten Aufgaben weiterhelfen könnten."

"Mit den beiden Maschinen waren wir in der Lage, praktisch alles zu schneiden und es gab keine Mitbewerber. Das hat sich schnell herumgesprochen", ergänzt Christian. "Die Mund-zu-Mund-Propaganda beschert uns bis heute eine gute Auftragslage." Die Blechtechnik sei von Anfang an ein eher regionales Geschäft gewesen. Im Umkreis von etwa 100 Kilometern ist jeder ein Forster-Kunde, der in irgendeiner Form Blechbauteile benötigt.

2007 wollte Christian Forster neu bauen, nachdem am Standort Daimler-Straße einmal mehr alles aus den Nähten zu platzen drohte. "Da gibt es etwas zu kaufen", sagte Wilhelm Forster. Er meinte die seit 2005 leerstehende Porzellanfabrik. Die Idee war, den Komplex in der Daimler-Straße zu veräußern und den kompletten Betrieb umzusiedeln. "Es war ein Freitagnachmittag als wir diese Überlegung über den Haufen warfen", erinnert sich Christian genau. Nachdem in der ehemaligen Fabrik 2008 bereits in einem Teilbereich gefertigt wurde, war schnell klar: "Wenn wir hier einen Laser reinstellen, ist schon wieder alles zu klein." Die Lösung war schnell gefunden: "Wir lassen draußen alles, wie es ist und teilen das Ganze in unsere zwei Kernkomponenten auf. So wurde die ehemalige Fabrik, zum Teil Museum, zur Produktionsstätte für den Forster Metallbau.

2011 und 2012 folgt die nächst Erweiterung in der Daimler-Straße. Die vorerst letzte Investition war der Anbau der Verladehalle am Fabriktrakt. Das 450 Quadratmeter große und zehn Meter hohe Gebäude war nötig geworden, um per Kran fertige Fenster und Türen bis zu einer Höhe von 3,50 Meter auch im Winter, ohne den Unbilden des Wetters ausgesetzt zu sein, auf Lkw zu verladen. Fenster, Türen und komplette Fassaden von Forster sind in ganz Deutschland zu finden - ausschließlich an großen Industrie- und Gewerbebauten wie Einkaufszentren oder Bürogebäude. Auch die mehr als 1000 Brandschutztüren im Frankfurter Tower kommen aus Mitterteich.

105 Mitarbeiter

105 Mitarbeiter, darunter 12 Azubis beschäftigt Forster. Neben der klassischen Lehrlingsausbildung ist man auch offen für neue Ausbildungswege: Duales Studium und Kooperation mit den Hochschulen der Region seien Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit. 25 Monteure in 6 Trupps sind auf Montage unterwegs. Transportiert werden die fertigen Produkte auf zwei hauseigenen Lastwägen. Die Gläser dafür liefern in erster Linie die Amberger Isolierglas und Glasbau Kirchmann in Tirschenreuth. "Es ist für uns ein wichtiger Aspekt, dass wir mit Firmen in der Region zusammenarbeiten", betonen die Geschäftsführer.
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