Ein Supergau für den Boden

Mit der Lupe konnten die Pläne genauestens betrachtet werden.
Vermischtes
Mitterteich
30.10.2016
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Bei der Gleichstromtrasse sorgt die Erdverkabelung für Spannung. So fürchten Landwirte etwa den Wertverlust ihrer Flächen.

Kaum hatten sich die Tore am Freitagnachmittag zur Aula der Grundschule geöffnet, strömten die Menschen hinein. Zwölf Experten von Planungsbüros, der Firma TenneT und der Bundesnetzagentur standen bereit, um die Einwände und Vorschläge der Besucher aufzunehmen. Schnell wurde klar, dass die Erdverkabelung nicht nur Befürworter hat, viele teilen die Sorgen der Landwirte und befürchten einen Werteverlust ihrer Flächen. Sorgen bereitet zudem, dass gleich drei Großbaustellen (Stromtrasse Ostbayernring, Rückbau, Gleichstromtrasse) auf mehrere Jahre verteilt, auf die Region zukommen.

Suche nach Trasse


Dennoch, dass geschulte Personal versuchte den Menschen die Ängste zu nehmen. Immer wieder war zu hören, dass die Trassen noch nicht feststehen, sondern die Einwände gesammelt und bei der Suche der genauen Trasse mit berücksichtigt werden. Sicher ist, dass die Trasse durch die Region führen wird. Bürgermeister Roland Grillmeier, sowie seine Kollegen Ernst Neumann (Pechbrunn) und Johann Burger (Leonberg) ließen sich ebenfalls informieren. Grillmeier wusste, dass besonders die Region Konnersreuth, Mitterteich, Wiesau und Falkenberg betroffen ist. Der Rathauschef brachte erneut die Trasse entlang der Autobahn ins Gespräch. Diese müsse in jedem Fall intensiv geprüft werden. Die Besucher kamen aus dem ganzen Landkreis. Die Organisatoren hatten eigens Lupen bereitgestellt, mit denen die Besucher auf den Karten den möglichen Trassenverlauf nachverfolgen konnten und ob sie betroffen sind. Dr. Andreas Schieder (TenneT) versicherte immer wieder, dass alle Einwände geprüft werden.

Stellvertretender BBV-Kreisobmann Martin Härtl befürchtete, "uns werden Sachen in den eigenen Grund und Boden gelegt, von denen wir keine Ahnung haben". Weiter betonte Härtl, dass diese Technik neu sei und noch keinerlei Erfahrungswerte vorhanden sind. Er befürchtet eine Experimentierphase auf Kosten der Landwirte. Härtl sprach gar vom "Supergau, was uns in Grund und Boden gelegt wird". Drei Baustellen auf engsten Raum und dies über Jahre, würden die Landwirte in ihrer Arbeit extrem beeinträchtigen. Bürgermeister Grillmeier sprach Entschädigungen für die Kommunen an, auch dies müsse geprüft werden. Gleichzeitig kündigte er Gespräche der betroffenen Kommunen an, um eine einheitliche Lösung zu erreichen.

Vier Jahre Bauzeit


Rene Queren nannte auf NT-Nachfrage den möglichen Bauzeitenplan. Im kommenden Jahr soll das Genehmigungsverfahren starten. Bis Ende 2018 soll der etwas tausend Meter breite Korridor feststehen, in dessen Bereich die Leitungen verlegt werden. Bei optimalem Verlauf könnte dann 2021 Baubeginn für die Gleichstromtrasse sein. An Bauzeit rechnet Rene Queren mit drei bis vier Jahre.

Uns werden Sachen in den eigenen Grund und Boden gelegt, von denen wir keine Ahnung haben.Stellvertretender BBV-Kreisobmann Martin Härtl
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