Fast alle Ziele erreicht

Traditionell stark vertreten bei der Bürgerversammlung waren Mitglieder der Feuerwehr Mitterteich. Insgesamt hatten sich aber nur etwas über 55 Besucher im Josefsheim eingefunden. Bilder: jr (2)
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Mitterteich
17.11.2016
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"Zur Sanierung der Mehrzweckhalle gab es keine Alternative." Zitat: Bürgermeister Roland Grillmeier

Wie schon im Vorjahr lockte die Bürgerversammlung am Dienstagabend nur einen überschaubaren Kreis an Besuchern ins Josefsheim. Die gute Laune des Bürgermeisters konnte das aber nicht trüben.

"Sie sehen heute einen zufriedenen Bürgermeister. Wir haben heuer nahezu alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben", betonte Roland Grillmeier vor den etwas mehr als 50 Besuchern. "Dazu hat sich durch die Stabilitätshilfe von drei Millionen Euro auch die finanzielle Situation der Stadt verbessert."

Erstes Thema in seinem ausführlichen Bericht war der demografische Wandel. Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, dass die Bevölkerung in der Region immer älter werde. Daher sei eine noch engere Zusammenarbeit der Kommunen gefordert. Kurz schnitt Grillmeier die Haushaltssituation an. Zwar seien die Schulden auf über 12 Millionen Euro gestiegen - nicht zuletzt wegen der Sanierung der Wasserversorgung - aber durch die jetzt gewährte Stabilisierungshilfe habe sich die Lage entspannt. 2,4 Millionen Euro würden für den Schuldenabbau hergenommen. Grillmeier gab auch zu bedenken, dass in 10 Jahren rund 60 Millionen Euro in die Infrastruktur der Stadt geflossen seien.

Ganz besonderes Licht


"Die Geschäfte am Unteren Markt sind jetzt barrierefrei zu erreichen. Möglich wurde dies dank einer Förderung von 80 Prozent", sagte der Bürgermeister zum Marktplatz-Umbau und dankte dem Tiefbauunternehmen Schaumberger für den "ehrlich guten Job" sowie den Anliegern für deren Verständnis. Besonders freute sich Grillmeier über das neue Beleuchtungskonzept, das den Marktplatz in einem ganz besonderen Licht erscheinen lasse.

Viel Zeit habe die Brandschutzertüchtigung der Mehrzweckhalle in Anspruch genommen. "Für die nächsten 20 Jahre sollten wir jetzt Ruhe haben", sagte Grillmeier. In den kommenden Jahren werden noch der Fußboden ausgewechselt, die Toiletten ausgebaut und ein neuer Parkplatz geschaffen. "Zur Sanierung der Mehrzweckhalle gab es keine Alternative", so Grillmeier. Auf dem modernsten Stand sei nach jahrelangen Baumaßmaßnahmen die Wasserversorgung. Nun sei die Sanierung der Grundschule an der Reihe. "Wir wollen die Schule zukunftssicher machen." Das Projekt werde bis zu 7,5 Millionen Euro kosten, wobei eine Bezuschussung von 70 Prozent als sicher gelte. Für kommendes Jahr kündigte der Bürgermeister eine Studie zur Zukunft des Stadtparks an. Zum Thema Stromtrassen wiederholte Grillmeier seine Haltung, wonach die gleichen Anwohner und Bürger nicht mit drei Großbaustellen belastet werden dürften. "Es kann nicht sein, dass unsere Region alles tragen muss." Als Erfolgsgeschichte wertete er den Breitbandausbau, der dank großzügiger Fördermittel der Staatsregierung flächendeckend erfolgt sei. Im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms soll 2017 der barrierefreie Umbau des alten Rathauses vorangetrieben werden. Geplant seien ein Aufzug und ein Behinderten-WC.

Gelungenes Jubiläumsjahr


Dankesworte richtete Roland Grillmeier an die Arbeiterwohlfahrt, die bei der Betreuung von Flüchtlingen Herausragendes geleistet habe. "Wir müssen diese Leute vernünftig integrieren", bat Grillmeier um weitere Unterstützung der Bürger bei der Betreuung der 80 vor Ort untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber. Anschließend blickte Grillmeier anhand von NT-Zeitungsausschnitten und Bildern auf das Jubiläumsjahr zurück, das er als gelungen bezeichnete. Besonders hob er das tolle Miteinander hervor.

Kurz ging der Bürgermeister noch auf die Kreisumlage ein. "Der Kreis ist uns weiter lieb und teuer, auch wenn wir keine Kreiseinrichtung in der Stadt haben", bemerkte der Bürgermeister mit einem kritischen Unterton und hoffte auf eine Senkung der Kreisumlage. Am Ende dankte er für eine überaus harmonische Zusammenarbeit im Stadtrat.

Kritik an Gehweg-Parkern


In der Fragestunde nach der Pause wollte sich zunächst niemand äußern. Erst nachdem der Bürgermeister mehrmals um Meldungen gebeten hatte, fassten sich drei Besucher ein Herz. Anton Haberkorn kritisierte, dass viele Autofahrer auf Gehwegen parkten. "Da komme nicht einmal ich durch, wenn nur noch eine Handbreit zwischen Gartenzaun und Fahrzeug frei ist." Leute mit Kinderwägen und Rollatoren seien gezwungen, auf die Straße auszuweichen. Bürgermeister Grillmeier wusste von der Problematik, gab aber zu bedenken: "Wenn wir ehrlich sind, parken wir alle hin und wieder mal nicht vorschriftsmäßig." Zwar kontrolliere die Polizei die Parksituation, "aber die sind halt auch nur mit einer Streife unterwegs". Jetzt will Grillmeier verstärkt auf den Parksheriff setzen. Johann Brandl (SPD) zeigte Verständnis für die Kritik und forderte dazu auf, die Polizei umgehend zu informieren, wenn ein Parksünder auffalle. "Die kommen dann schon, die sind da rigoros", versicherte Brandl.

Daniela Steger bat die Stadt darum, ihre Satzungen online zu stellen, so dass sich jeder informieren kann. "Die Verwaltung hat schon den Auftrag dazu", antwortete der Bürgermeister. Zur Frage Stegers nach dem aktuellen Stand bei der Kanalisation erklärte Grillmeier: "Wir haben das Kanalkataster erstellt, alle zehn Jahre werden die Kanäle durchfahren. Jedes Jahr geben wir rund 100 000 Euro für die Wartung von Kanälen und Leitungen aus." Ab 2019 stehe eine größere Prüfung an.

Max Bleistein wollte wissen, wie viel Heizkosten im Freibad durch den Anschluss an die Biogasanlage eingespart werden. Dazu der Bürgermeister: "Kalkuliert haben wir mit Einsparungen von bis zu 30 Prozent. Ob das erreicht wird, muss geprüft werden." Grillmeier vermutete, dass der tatsächliche Einspareffekt bei rund 20 Prozent liege. Weniger problematisch sei die Situation in der Eishalle, wo die Abwärme der Biogasanlage die Heizkosten um 30 Prozent senke. Der Bürgermeister betonte, dass das Geld für diese Energie in der Region bleibe und nicht nach Nahost gehe.

Zur Sanierung der Mehrzweckhalle gab es keine Alternative.Bürgermeister Roland Grillmeier
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