Feuerwehr offen für Frauen

Vermischtes
Mitterteich
14.01.2016
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17 Einsätze hatten die Pleußener Brandschützer im vergangenen Jahr zu absolvieren - laut Kommandant Wolfgang Haberkorn so viele wie wohl noch nie. Zwar sei die Truppe mit 30 Aktiven gut aufgestellt, doch es seien Anstrengungen nötig, um auch künftig genug Kräfte zu haben.

Pleußen. Wolfgang Haberkorn betonte in seinem Bericht bei der Jahresversammlung, dass sich im Nachwuchsbereich geburtenschwache Jahrgänge bemerkbar machten. Aktuell gebe es noch vier Anwärter in der Jugendfeuerwehr. "Wir müssen versuchen, die Jugendlichen auch zu halten. Die beste Jugendarbeit hilft nichts, wenn nach der Jugendfeuerwehr keiner mehr weiter macht."

In diesem Zusammenhang berichtete Haberkorn, dass zuletzt verstärkt über Frauen bei der Feuerwehr diskutiert worden sei. "Grundsätzlich gibt es keine Versagensgründe, wenn eine Frau aktiven Dienst in der Feuerwehr Pleußen leisten möchte." Bislang habe sich noch keine Interessentin gemeldet. "Zu sagen, ,wir nehmen grundsätzlich keine Frauen auf' passt nicht in unsere Zeit." Ausgerückt sei Wehr 2015 unter anderem zu vier Verkehrsunfällen und drei Bränden. Insgesamt haben sich 292 Einsatzstunden angesammelt. Haberkorn erinnerte an zahlreiche Übungen, darunter eine Einsatzübung in der Deponie Steinmühle. Der Besuch bei der einen oder anderen Übung sei leider nur durchschnittlich gewesen. "Ich möchte anhand der Einsatzzahlen einen Appell an alle Aktiven richten, die Übungen regelmäßig zu besuchen." Ausrüstung und Aufgaben würden immer umfangreicher, daher sei jeder Aktive dazu aufgerufen, sich mit der Technik zu befassen und zu üben.

Geräte selbst eingebaut


Haberkorn ging auf einzelne Fortbildungen ein und kritisierte, dass die Digitalfunk-Einführung nach all den Vorbereitungen nun ins Stocken geraten sei. Dabei hätten die Feuerwehren ihre Hausaufgaben gemacht. Der Einbau der Endgeräte sei im Übrigen in Eigenleistung erfolgt, was der Stadt bis zu 3000 Euro gespart habe. Für das mit Eigenmitteln angeschaffte Mannschaftsfahrzeug habe es leider keinen Zuschuss vonseiten der Regierung gegeben. Hier habe die Stadt die Kosten für das Funkgerät selbst tragen müssen.

Haberkorn machte deutlich, dass das Tragkraftspritzenfahrzeug bereits 23 Jahre alt sei, sich aber noch in einem guten Allgemein-Zustand befinde. "Eine Ersatzbeschaffung ist das Ziel für die nächsten sieben bis acht Jahre." Die Planungsphase müsse jedoch viel früher beginnen. Ein auf die Bedürfnisse der Wehr ausgelegtes Fahrzeug dürfte mindestens 100 000 Euro kosten. Der Kommandant gab zu bedenken, dass im gleichen Zeitraum auch bei der Feuerwehr Mitterteich eine Ersatzbeschaffung ansteht.

"Ein Stück Lebensqualität"


Kurz erinnerte Wolfgang Haberkorn an den Oberpfalzcup in Amberg und das Ablegen des Wettbewerbsabzeichen des Landesfeuerwehrverbandes. Ausgezeichnet wurden Josef Eckert, Werner Faltenbacher, Markus Fischer, Mathias Kastl, Joachim Gradl, Markus Krieger, Anton Kunz, Stefan Schnurrer und Tobias Thoma. Auch beim Oberpfalzcup 2016 in Penting will die Wehr dabei sein. Abschließend bat Haberkorn um rege Teilnahme bei kirchlichen Terminen und den Arbeitseinsätzen. Einen Dank richtete er an alle, die sich in irgendeiner Form engagiert haben. Die Gemeinschaft müsse auch weiterhin zusammenhalten. "Unsere Feuerwehr macht auch ein Stück Lebensqualität in Pleußen aus."

Hallenfest am 14. Mai


Zuvor hatte Vorsitzender Markus Fischer an die gesellschaftlichen Ereignisse der vergangenen Monate erinnert und den Einsatz der Mitglieder gewürdigt. Auch heuer wird die Familie Eckert wieder ihre Halle zur Verfügung stellen, so dass am 14. Mai das traditionelle Hallenfest steigen kann. Verpflichtet wurde diesmal die Gruppe "Bassd Scho" aus Pegnitz. Abschließend dankte Fischer allen Helfern und Gönnern sowie den Vorstandskollegen für die Bereitschaft zur ganzjährigen Mitarbeit.

Jugendwart Joachim Gradl berichtete von zahlreichen Übungen und einem erfolgreich verlaufenen Wissenstest. Besonders hob er Lukas Bauer hervor, der alle acht Jugendübungen besucht und an drei weiteren Übungen für den Wissenstest teilgenommen hat. Nachdem man 2015 bei der 24-Stunden-Übung in Mitterteich nicht vertreten war, soll es heuer mit der Teilnahme klappen.

Kooperation verstärken


2. Bürgermeister Stefan Grillmeier bedankte sich für das große Engagement der Wehr, darunter auch die Aufrechterhaltung von Bräuchen wie dem Maibaumaufstellen. Weiter dankte er für die gute Jugendarbeit, zumal es immer schwieriger werde, Jugendliche für die Wehr zu begeistern. Hier wäre eventuell eine verstärkte Kooperation mit der Feuerwehr Mitterteich vorteilhaft. "Davon könnten beide Seiten profitieren."
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